Gemeiner Wacholder: nützliche Eigenschaften

Dr. Boris WydoffDr. Boris Wydoff
Wacholderzweig mit reifen Beeren und getrockneten Früchten neben einer Tasse Aufguss auf einem Tisch

Der Gemeine Wacholder (*Juniperus communis*) ist ein immergrüner Strauch, in der Phytotherapie werden hauptsächlich seine reifen Beerenzapfen verwendet. Sie enthalten ätherisches Öl, Zucker, Harz, Wachs, organische Säuren und Mineralsalze. Traditionell werden die Früchte in Aufgüssen, Abkochungen und Kräutermischungen verwendet, unter anderem als harntreibendes Mittel und zur Unterstützung der Verdauung.

Was ist das für eine Pflanze und wie erkennt man sie?

Der Gemeine Wacholder gehört zu den Pflanzen, die besonders häufig in Nadelwäldern vorkommen. Er wächst überwiegend als Unterholz in Kiefernwäldern, Mischwäldern und Fichtenwäldern. Auf trockenen Sandböden bildet der Wacholder manchmal fast reine Bestände. An solchen Standorten kann er auch eine baumartige Form annehmen.

In medizinischen Nachschlagewerken werden die Beerenzapfen als Arzneidroge bezeichnet. Sie werden auch Wacholderbeeren oder Früchte genannt. Vor allem die reifen Früchte werden breit verwendet.

Die Beerenzapfen werden im Herbst gesammelt, wenn sie vollständig ausgereift sind. Reife Früchte haben ein charakteristisches Aroma und einen süßlich-würzigen Geschmack. Bei der Ernte ist es wichtig, reife Früchte von grünen zu trennen und außerdem Nadeln und andere Verunreinigungen zu entfernen.

Der Wacholder ist nicht nur als Heilpflanze von Bedeutung. Seine Beeren waren seit Langem im Alltag und in der Ernährung bekannt. In alten Nachschlagewerken wird erwähnt, dass wegen des hohen Zuckergehalts daraus alkoholische Getränke hergestellt wurden. In Frankreich wurde ein solches Getränk „Geniévre“ genannt, in Schottland „Gin“.

Auch andere Pflanzenteile wurden untersucht. In alten pharmazeutischen Beschreibungen werden das Holz von Stamm und Wurzeln sowie ätherische Öle erwähnt, die aus verschiedenen Pflanzenteilen gewonnen werden. Als wichtigste offizielle Droge werden in der Beschreibung von Warlich jedoch gerade die Früchte genannt.

Vom Gemeinen Wacholder muss man den Sadebaum unterscheiden. Das ist eine andere Art. In alten medizinischen Nachschlagewerken wurde er als stark giftige Pflanze beschrieben, weshalb seine medizinische Anwendung eingeschränkt und praktisch aus der üblichen Anwendung ausgeschlossen wurde. Sein ätherisches Öl kann den Magen-Darm-Trakt und die Nieren reizen.

Welche Stoffe enthalten seine Früchte?

Die Zusammensetzung der Beerenzapfen wurde in pharmakognostischen Nachschlagewerken ausführlich beschrieben. Dort werden ätherisches Öl, Harz, Wachs, Zucker, organische Säuren, Mineralsalze und eine gelbe amorphe Substanz genannt, die den Namen Juniperin erhielt.

Der Gehalt an ätherischem Öl in den Früchten beträgt in einer Beschreibung bis zu 1,2 %. Ein anderes Nachschlagewerk nennt für die Beerenzapfen einen Gehalt an ätherischem Öl von bis zu 2 %. Im Öl werden Camphen, Cadinen, Terpineol, Borneol, Pinen und andere Terpene erwähnt.

Der Zuckergehalt der Früchte kann bis zu 40 % betragen. Außerdem sind organische Säuren und ein Farbstoff enthalten. Diese Zusammensetzung erklärt nicht nur das Aroma und den Geschmack der Droge, sondern auch ihre traditionelle Verwendung in der Ernährung.

Das ätherische Öl der Früchte ist eine Mischung verschiedener Verbindungen. In einer alten pharmazeutischen Beschreibung werden darunter Pinen, Cadinen und Wacholderkampfer genannt.

Wichtig ist, die Früchte selbst und das ätherische Öl zu unterscheiden. Es handelt sich um unterschiedliche Formen der Droge. Alte Nachschlagewerke beschrieben das Öl als ein eigenes Präparat, das durch Destillation frischer reifer Früchte mit Wasser gewonnen wurde.

Auch bei der Aufbewahrung des ätherischen Öls war Vorsicht erforderlich. Unter dem Einfluss von Licht und Sauerstoff wurde es dicker und dunkler. Deshalb wurde empfohlen, es dunkel und in vollständig gefüllten Gefäßen aufzubewahren.

Wofür ist der Gemeine Wacholder nützlich?

Die traditionelle Anwendung der Früchte betrifft vor allem die Harnwege und die Verdauung. In Nachschlagewerken wird eine harntreibende Wirkung von Präparaten aus den Beerenzapfen beschrieben. Außerdem wird ihre Anwendung zur Unterstützung der Verdauung und als schleimlösendes Mittel genannt.

Die Zusammensetzung und Wirkung der Pflanze wurden in alten Lehrbüchern hauptsächlich mit dem ätherischen Öl der Früchte in Verbindung gebracht. In kleinen Mengen fördert es die Harnausscheidung. Bei größeren Mengen kann es dagegen reizend auf die Nieren wirken.

Deshalb sollte man Wacholder nicht als uneingeschränkt sichere Pflanze betrachten. Es gibt traditionelle Anwendungsbereiche, aber auch klare Einschränkungen.

Für die Harnwege

Beerenzapfen wurden traditionell als harntreibendes Mittel verwendet. In Nachschlagewerken wird angegeben, dass ein Aufguss der Früchte die Harnausscheidung fördern und auf die Harnwege wirken kann. Historisch gehörten Wacholderbeeren auch zu verschiedenen Kräutermischungen. In solchen Rezepturen wurden sie mit anderen Heilpflanzen kombiniert.

Gleichzeitig wird eine Nierenentzündung ausdrücklich als Gegenanzeige für die Anwendung von Wacholderbeeren genannt. Das ist besonders wichtig, weil größere Mengen ätherischen Öls eine Nierenentzündung und Blut im Urin verursachen können.

Für die Verdauung

Die Früchte wurden bei schwacher Verdauung ähnlich wie andere Gewürze verwendet. In Nachschlagewerken wird auch ihre Wirkung im Zusammenhang mit der Unterstützung der Verdauung beschrieben. Wacholderbeeren wurden als würzige Droge verwendet. Ihr charakteristischer süßlich-würziger Geschmack und ihr Aroma ermöglichen die Verwendung der Früchte nicht nur in der Phytotherapie, sondern auch in der Ernährung.

Für die Atemwege

Die Beerenzapfen werden auch als schleimlösendes Mittel beschrieben. In alten Lehrbüchern wird ihre Anwendung mit einer leichteren Entfernung von Sekret aus den Atemwegen in Verbindung gebracht. Dies gehört zur traditionellen phytotherapeutischen Anwendung der Pflanze. Bei anhaltenden oder ausgeprägten Beschwerden der Atemwege ist eine ärztliche Abklärung erforderlich.

Wie werden Wacholderfrüchte angewendet?

In der Phytotherapie werden reife, getrocknete Beerenzapfen verwendet. Sie werden als Aufgüsse, Abkochungen und in Kräutermischungen eingesetzt. Die Frage „Wie bereitet man den Gemeinen Wacholder als Tee zu?“ muss nach der Form der Droge präzisiert werden. In alten Lehrbüchern werden verschiedene Zubereitungsarten beschrieben, daher gibt es keine einheitliche Vorgehensweise für alle Fälle. Die einfachste in den Beschreibungen der Pflanze vorkommende Anwendung ist ein wässriger Aufguss aus den Früchten. In anderen Fällen wurden Wacholderbeeren in mehrteilige Abkochungen aufgenommen.

Es gab auch zusammengesetzte Kräuterrezepturen. In einer davon wurden Beerenzapfen mit Ackerschachtelhalm, Maisnarben, Birkenblättern, Petersilie, Sand-Strohblume und anderen pflanzlichen Bestandteilen kombiniert. Dass Wacholder in einer solchen Mischung enthalten ist, macht sie jedoch nicht für die selbstständige Anwendung bei Nierenerkrankungen geeignet.

Alte Nachschlagewerke nennen auch andere Kombinationen von Wacholderfrüchten mit Heilpflanzen. Darunter finden sich Bärentraube, Preiselbeere, Schachtelhalm, Mutterkorn und andere Bestandteile. Solche Rezepturen gehören zur historischen Volksheilkunde und sollten nicht als allgemeines Einnahmeschema verstanden werden.

Die Früchte wurden nicht nur innerlich angewendet. In alten medizinischen Beschreibungen wird die äußerliche Verwendung der Beeren zum Räuchern und als Bestandteil aromatischer Bäder erwähnt. Die wichtigste Heilpflanze für die innerliche Anwendung blieben jedoch die reifen Früchte.

Das ätherische Öl der Beeren wurde ebenfalls als eigenes Präparat beschrieben. Konzentriertes Öl darf dabei nicht mit einem gewöhnlichen Aufguss aus getrockneten Früchten gleichgesetzt werden. Es handelt sich um eine stärker konzentrierte Form der Droge mit einem anderen Sicherheitsprofil.

Wie werden Beerenzapfen gesammelt und aufbewahrt?

Die Arzneidroge wird im Herbst gesammelt, wenn die Beerenzapfen vollständig ausgereift sind. Da der Strauch stachelig ist, werden beim Sammeln von Hand Handschuhe verwendet.

Es gibt noch eine andere Methode. Man kann ein Tuch unter die Zweige legen und die reifen Früchte mit einem Stock abschlagen. Anschließend wird die Droge sortiert. Grüne unreife Früchte, Nadeln und andere Verunreinigungen werden entfernt.

Für eine gute Qualität ist es wichtig, reife und unreife Früchte nicht zu vermischen. In der pharmakopöischen Beschreibung wurden der Anteil unreifer und brauner Früchte sowie Nadeln und mineralischer Verunreinigungen gesondert begrenzt.

Die Beerenzapfen werden bei mäßiger Temperatur getrocknet. Eine hohe Temperatur ist unerwünscht: Bei einer solchen Trocknung schrumpfen die Früchte.

In einer anderen alten Beschreibung wird empfohlen, reife Beeren bei normaler Temperatur ohne künstliche Erwärmung in einem gut belüfteten Raum zu trocknen. Beide Beschreibungen stimmen in einem wichtigen Punkt überein: Die Droge sollte beim Trocknen nicht überhitzt werden.

Nach dem Trocknen werden die Früchte an einem trockenen Ort aufbewahrt und vor Verunreinigungen und übermäßiger Feuchtigkeit geschützt. Für ätherisches Öl gelten andere Anforderungen: Es sollte dunkel und in einem gut gefüllten Gefäß aufbewahrt werden, da Licht und Sauerstoff seine Eigenschaften verändern.

Wie findet man den Gemeinen Wacholder im Ausland?

Im Ausland sucht man nicht nach Blüten oder Wurzeln, sondern nach reifen beerenartigen Zapfen des Gemeinen Wacholders. Auf der Verpackung kann *Juniperus communis* und die entsprechende Bezeichnung in der Landessprache angegeben sein.

Prüfen Sie auf der Verpackung *Juniperus communis*, den verwendeten Pflanzenteil — berries, Wacholderbeeren oder baies de genièvre — sowie die Angabe, ob es sich um einen Arzneitee, ein Lebensmittel, einen Tee als Lebensmittel oder ein Nahrungsergänzungsmittel handelt. Den Bio-Status sollten Sie anhand einer separaten Kennzeichnung wie organic, Bio oder bio überprüfen. In den USA durchlaufen Nahrungsergänzungsmittel vor dem Verkauf keine vorherige FDA-Zulassung auf Sicherheit und Wirksamkeit.

Gemeiner Wacholder: Gegenanzeigen und Vorsicht

Die wichtigste Einschränkung betrifft die Nieren. In alten Nachschlagewerken wird ausdrücklich angegeben, dass Wacholderbeeren bei einer Nierenentzündung kontraindiziert sind. Das hängt mit der Wirkung des ätherischen Öls zusammen. In kleinen Mengen fördert es die Harnausscheidung, größere Mengen können jedoch eine Nierenentzündung und Blut im Urin verursachen.

Daher erfordert die Anwendung von Wacholder bei akuten Nierenerkrankungen und eingeschränkter Nierenfunktion besondere Vorsicht und eine ärztliche Beurteilung. Harntreibende pflanzliche Mittel sollten bei solchen Beschwerden nicht eigenständig angewendet werden.

Der Gemeine Wacholder sollte nicht mit dem Sadebaum verwechselt werden. Dieser gehört zu einer anderen Art und wird in der medizinischen Literatur als stark giftig beschrieben. Sein Öl wirkt deutlich reizend.

Auch bei konzentrierten Präparaten ist Vorsicht erforderlich. Ätherisches Öl und getrocknete Früchte sind nicht dieselbe Droge. Die Angaben aus alten Nachschlagewerken zeigen, dass mit zunehmender Menge an ätherischem Öl das Risiko einer Reizwirkung steigt.

Auch die äußerliche Anwendung des Öls ist nicht völlig unproblematisch. In der Beschreibung der Pflanze wird darauf hingewiesen, dass es die Haut reizen und Rötungen bis hin zur Bläschenbildung verursachen kann. Während der Schwangerschaft erfordert die medizinische Anwendung unbekannter oder konzentrierter Wacholderpräparate unbedingt eine ärztliche Beratung. Besonders wichtig ist, Mittel mit Wacholder bei Nierenerkrankungen nicht eigenständig anzuwenden. Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme sollte die Verwendung pflanzlicher Präparate ebenfalls mit einem Arzt besprochen werden. Für ein Kind ist die Anwendung der Arzneidroge ohne eine solche Beratung nicht geeignet.

Wann ist ein Arzt erforderlich?

Bei Nierenerkrankungen, Störungen beim Wasserlassen und Blut im Urin ist eine ärztliche Abklärung erforderlich. Wacholder sollte nicht als Ersatz für Diagnose und Behandlung verwendet werden. Eine ärztliche Beratung ist besonders wichtig:

Bei einer Verschlechterung des Zustands, starken Schmerzen, Blut im Urin oder anderen ungewöhnlichen Beschwerden sollte die Anwendung des pflanzlichen Mittels beendet und medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

AUS DER REDAKTION
Der Artikel wurde anhand von Nachschlagewerken zur Phytotherapie und Büchern über Heilpflanzen erstellt. Der Beitrag beschreibt die traditionelle Anwendung von Wacholder und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Wofür wird der Gemeine Wacholder verwendet?

Reife Beerenzapfen werden traditionell als harntreibendes Mittel und zur Unterstützung der Verdauung verwendet.

Wie bereitet man den Gemeinen Wacholder als Tee zu?

In der Phytotherapie werden die Früchte zur Zubereitung wässriger Aufgüsse und Abkochungen verwendet.

Welche nützlichen Eigenschaften hat der Gemeine Wacholder?

Beerenzapfen werden traditionell als harntreibendes, schleimlösendes und die Verdauung unterstützendes Mittel verwendet.

Kann man Wacholder bei Nierenerkrankungen anwenden?

Bei einer Nierenentzündung sind Wacholderbeeren kontraindiziert; bei eingeschränkter Nierenfunktion ist eine ärztliche Beratung erforderlich.

Wann werden Wacholderbeeren gesammelt?

Die Beerenzapfen werden im Herbst gesammelt, wenn sie vollständig ausgereift sind.

Wie trocknet man Wacholderbeeren richtig?

Die Früchte werden bei mäßiger Temperatur oder bei normaler Temperatur in einem gut belüfteten Raum getrocknet.

Welche Teile des Wacholders werden verwendet?

In der Phytotherapie sind die reifen Beerenzapfen die wichtigste Arzneidroge.

Dr. Boris Wydoff

Boris Wydoff — Doktor der Naturheilkunde, Ph.D. Seit über fünfzig Jahren helfe ich Menschen, ihre Gesundheit durch Ernährung, Reinigung und die Kraft des Geistes wiederzugewinnen — in Europa, Amerika und Asien. Über den Autor →

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