Sellerie: Wirkung, Inhaltsstoffe und Anwendung

Sellerie (Apium graveolens) ist ein würziges Gemüse, das seit jeher nicht nur in der Küche, sondern auch in der Volksmedizin verwendet wird. Seine Blätter, Stiele und Wurzeln enthalten Vitamine, Mineralsalze und aromatische Stoffe. Laut pflanzenheilkundlichen Nachschlagewerken wirkt Sellerie harntreibend und unterstützt die Verdauung, den Stoffwechsel und die Funktion des Nervensystems. Seine medizinische Anwendung erfordert jedoch einen vernünftigen und vorsichtigen Umgang.
Was ist Sellerie und woran erkennt man ihn?
Sellerie kennt fast jeder. Wir geben ihn in Salate, Suppen, Gemüsegerichte und frisch gepresste Säfte. Doch nicht jedem ist bewusst, dass diese Pflanze eine jahrhundertealte Geschichte in der Medizin hat.
Sellerie, auch Gartensellerie genannt, gehört zur Familie der Doldenblütler. Es handelt sich um eine zweijährige Pflanze. Im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette, im zweiten wächst ein blühender Stängel. Die Blattrosette wird gewöhnlich 30–50 cm hoch. Der Blütenstängel kann eine Höhe von 100 cm erreichen. Die Blätter sind groß, tief eingeschnitten und sitzen an langen Stielen. Auf der Oberseite glänzen sie, auf der Unterseite sind sie matt. Der Stängel ist aufrecht, gerillt und stark verzweigt.
Die Blüten sind klein, weißlich oder gelblich und in kleinen Dolden angeordnet. Die Blütezeit fällt in den Juni und Juli. Im August reifen kleine, dunkelbraune Früchte mit einem Durchmesser von bis zu 2 mm.
Im Anbau unterscheidet man drei Formen:
- Knollensellerie. Bildet eine große, fleischige Wurzelknolle mit einem Durchmesser von bis zu 10 cm.
- Stangensellerie. Zeichnet sich durch lange, dicke und saftige Stiele aus.
- Blattsellerie. Liefert reichlich zartes, aromatisches Grün.
Die Heimat des wild wachsenden Selleries ist der Mittelmeerraum. Man findet ihn an Küsten und auf flachen Uferbereichen. In Europa wurde Sellerie ab dem 16. Jahrhundert verstärkt angebaut, zunächst in Italien, später in Frankreich und England. Die Geschichte der Pflanze reicht jedoch viel weiter zurück. Schon die Ägypter, Griechen und Römer kannten Sellerie. Abbildungen davon finden sich sogar auf antiken griechischen Münzen aus dem 5. Jahrhundert vor Christus. Im antiken Griechenland wurden die Sieger sportlicher Wettkämpfe mit Selleriekränzen geehrt. Außerdem schmückte man Häuser und Tempel mit seinen Blättern.
Die Pflanze galt gleichzeitig als Nahrungsmittel, Heilpflanze und heilige Pflanze.
Wie gesund ist Sellerie?
Wenn man mich nach den Vorzügen von Sellerie fragt, achte ich zunächst auf seinen Nährwert. In den Nachschlagewerken werden verschiedene traditionelle Anwendungsgebiete beschrieben. Dabei ist es wichtig, zwischen den aus Kräuterbüchern bekannten Eigenschaften einer Pflanze und einer wissenschaftlich nachgewiesenen Behandlung von Krankheiten zu unterscheiden.
Welche Inhaltsstoffe enthält Sellerie?
Die Blätter und Stiele von Sellerie enthalten:
- Kalium und Magnesium;
- Eisen;
- Pektinstoffe;
- ätherische Öle und Phytonzide;
- Carotin;
- die Vitamine C, B1, B2 und PP;
- Folsäure.
Auch die Wurzeln enthalten ätherisches Öl, Asparagin sowie Kalium-, Calcium- und Phosphorsalze. Interessant ist der Vergleich der verschiedenen Sellerieformen.
Laut dem Nachschlagewerk von T. B. Fursa enthalten Blatt- und Stangensellerie viermal mehr Vitamin C und 50-mal mehr Carotin als Knollensellerie.
Deshalb verdienen die Blätter und Stiele in der täglichen Ernährung besondere Aufmerksamkeit. Eisen und Folsäure sind an der Blutbildung beteiligt. Kalium und Magnesium sind für das Herz-Kreislauf-System und das Nervensystem wichtig. Mit dieser Zusammensetzung erklären Kräuterkundige viele der traditionell beschriebenen positiven Eigenschaften des Selleries.
Wie wirkt Sellerie auf die Verdauung?
In alten medizinischen Schriften wurde Sellerie als Pflanze zur Unterstützung von Magen und Darm erwähnt. Avicenna bezeichnete ihn als römische Petersilie. Er beschrieb die Verwendung von Sellerie bei Blähungen, Verdauungsbeschwerden und Erkrankungen der Harnwege. In Kräuterbüchern galten die Samen als Mittel, das die Verdauung fördert und die Gasbildung verringern soll. Auch moderne pflanzenheilkundliche Nachschlagewerke erwähnen eine leicht abführende Wirkung der Pflanze. Traditionell wurde Sellerie verwendet, um den Appetit und die Darmtätigkeit anzuregen.
Dabei muss man unterscheiden: Sellerie als gewöhnliches Lebensmittel zu essen und konzentrierte Heilpräparate daraus anzuwenden, sind zwei verschiedene Dinge.
Kann man Sellerie bei Gastritis essen?
Im Nachschlagewerk von L. F. Saweljewa werden Sellerieblätter und -wurzeln als Bestandteil einer therapeutischen Ernährung bei Gastritis, Magengeschwüren und chronischer Kolitis beschrieben. Gemeint ist die traditionelle Verwendung in der Ernährung, nicht eine nachgewiesene Behandlung von Entzündungen der Magenschleimhaut. Auch in Büchern über natürliche Ernährung wird Sellerie als Zutat für Gemüsegerichte empfohlen. Bei Gastritis, insbesondere während einer akuten Verschlechterung, sollte die Ernährung jedoch an den Zustand des Magens und die Empfehlungen des Gastroenterologen angepasst werden.
Betrachten Sie Sellerie nur als Ergänzung zur verordneten Behandlung. Sprechen Sie die Verwendung mit Ihrem Arzt ab und setzen Sie Ihre Medikamente nicht ab.
Kann Sellerie bei Verstopfung helfen?
In der Volksmedizin wird Sellerie seit Langem zur Unterstützung der Verdauung verwendet. Nachschlagewerke weisen auf seine leicht abführende Wirkung hin. T. B. Fursa beschreibt die traditionelle Verwendung eines Aufgusses aus frischen Blättern zur Förderung des Appetits und der Verdauung sowie bei Verstopfung. Die im Kräuterbuch angegebene Menge beträgt 1 Esslöffel 3–4-mal täglich. Dabei handelt es sich um eine historische Empfehlung und nicht um eine allgemein gültige Dosierung zur Selbstbehandlung. Bei länger anhaltender Verstopfung ist es wichtig, die Ursache der Darmbeschwerden herauszufinden. Pflanzliche Mittel sollten weder eine Untersuchung noch eine verordnete Behandlung ersetzen.
Wie gesund ist Sellerie für die Nieren?
Eine der bekanntesten Eigenschaften von Sellerie ist seine harntreibende Wirkung. Mehrere pflanzenheilkundliche Nachschlagewerke erwähnen sie. In der Volksmedizin wurden Selleriewurzeln, -früchte und -saft traditionell bei Beschwerden beim Wasserlassen eingesetzt.
Im „Kräuterbuch für Männer“, auf das sich L. F. Saweljewa bezieht, wird die Anwendung von frischem Saft und Wurzelaufgüssen bei Nierensteinen und entzündlichen Erkrankungen der Harnwege beschrieben.
Eine harntreibende Wirkung bedeutet jedoch nicht, dass die Pflanze Steine auflösen oder Nierenerkrankungen heilen kann. Besonders vorsichtig sollten Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion sein. Bei solchen Erkrankungen kommt Sellerie allenfalls als Ergänzung zur verordneten Behandlung infrage. Sprechen Sie die Anwendung mit Ihrem Arzt ab und setzen Sie Ihre Medikamente nicht ab.
Sellerie gegen Bluthochdruck: Was ist bekannt?
Das in Sellerie enthaltene Kalium und Magnesium sind für die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems wichtig. In pflanzenheilkundlichen Nachschlagewerken wird mit diesen Stoffen eine günstige Wirkung der Pflanze auf die Blutgefäße in Verbindung gebracht. Auch in meinen Büchern betrachte ich Gemüsesäfte als Quelle von Mineralstoffen. Eine der von mir beschriebenen Mischungen enthält:
- Karotten — 210 ml;
- Sellerie — 120 ml;
- Petersilie — 60 ml;
- Spinat — 90 ml.
In dem Buch wird diese Kombination als kaliumreiche Mischung zur Versorgung der Blutgefäße und des Blutes beschrieben. Sie ersetzt jedoch keine Medikamente zur Kontrolle des Blutdrucks. Wenn Sie an Bluthochdruck oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, stimmen Sie die Verwendung therapeutisch gedachter Saftmischungen mit Ihrem Arzt ab. Setzen Sie verordnete Medikamente nicht eigenständig ab und ändern Sie ihre Dosierung nicht ohne Rücksprache.
Wie unterstützt Sellerie das Nervensystem?
In Kräuterbüchern wird Sellerie bei nervlicher Erschöpfung, Schlafstörungen, Neurosen und asthenischen Zuständen erwähnt. Traditionell schreibt man ihm eine allgemein kräftigende Wirkung zu. Auch im Nachschlagewerk von L. F. Saweljewa wird auf die Unterstützung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit hingewiesen. In meinen Büchern findet sich eine Gemüsemischung, die ich als Nahrung zur Unterstützung des Nervensystems betrachte:
Karotten — 300 ml, Sellerie mit Blättern — 180 ml.
Diese Kombination wird als unterstützende Mischung bei Schlaflosigkeit beschrieben. Eine andere Mischung besteht aus Karotten, Sellerie und Kopfsalat. Sie soll laut Buch den Körper sanft mit Mineralstoffen versorgen. Wichtig ist dabei: Schlafstörungen und ausgeprägte Schwäche können unterschiedliche Ursachen haben. Gemüsesäfte ersetzen weder eine Diagnose noch eine Behandlung.
Was ist über Sellerie für die Männergesundheit bekannt?
In alten Kräuterbüchern galt Sellerie als Pflanze zur Unterstützung der Sexualfunktion. J. Grau beschrieb eine mild anregende Wirkung bei Impotenz. Andere Nachschlagewerke erwähnen die traditionelle Verwendung von Knollen, Blättern und Früchten bei nachlassender sexueller Aktivität. Besondere Aufmerksamkeit galt dem Knollensellerie. Man aß ihn als eigenständiges Gericht, gab ihn in Salate und verwendete ihn für warme Speisen. Diese Angaben gehören jedoch zur Geschichte der Pflanzenheilkunde. Sie beweisen nicht, dass Sellerie bei erektiler Dysfunktion oder Unfruchtbarkeit wirksam ist.
Bei solchen Beschwerden ist es wichtig, die Ursache herauszufinden und eine verordnete Behandlung nicht durch pflanzliche Mittel zu ersetzen.
Wie lässt sich diese Pflanze zu Hause anwenden?
Am einfachsten lässt sich Sellerie verwenden, indem man ihn regelmäßig in die normale Ernährung einbaut. In der Küche kommen Blätter, Stiele und Knollen zum Einsatz. Frische Blätter eignen sich für Salate. Die Wurzeln dienen als aromatische Würze. Die Stiele passen zu Gemüsegerichten und Beilagen. Sellerie wird außerdem getrocknet, gesalzen und eingelegt verwendet. In meinen Büchern widme ich mich auch frisch gepressten Gemüsesäften. Sie ermöglichen es, Sellerie mit anderen pflanzlichen Lebensmitteln zu kombinieren.
Wie bereitet man Selleriesaft zu?
Eines der Rezepte aus meinem Buch enthält vier Gemüsezutaten. Für eine Portion benötigen Sie:
- 2 Karotten;
- 1 Selleriestange;
- ¼ Rote Bete;
- 1 Bund Petersilie.
Geben Sie alle Zutaten in einen Entsafter. Trinken Sie den frisch gewonnenen Saft unmittelbar nach der Zubereitung. In meinem Buch wird diese Kombination als Quelle von Mineralstoffen zur Unterstützung des Körpers betrachtet. Es handelt sich um ein Rezept für die Ernährung und nicht um ein Mittel zur eigenständigen Behandlung von Krankheiten.
Welche weiteren Saftmischungen werden in den Büchern beschrieben?
Ich möchte Ihnen einige Kombinationen vorstellen, die in meinen Büchern vorkommen.
Zur sanften Mineralstoffversorgung:
- Karotten — 210 ml;
- Sellerie — 150 ml;
- Kopfsalat — 120 ml.
Zur Unterstützung des Nervensystems und der Blutbildung:
- Karotten — 210 ml;
- Sellerie — 120 ml;
- Petersilie — 60 ml;
- Spinat — 90 ml.
Zur Unterstützung des Nervensystems bei Schlafstörungen:
- Karotten — 300 ml;
- Sellerie mit Blättern — 180 ml.
Diese Rezepturen werden als Möglichkeiten einer gemüsereichen Ernährung vorgestellt. Die angegebenen Mengen beziehen sich auf die Zusammensetzung der Mischungen. Sie bedeuten nicht, dass jeder Mensch täglich so viel Saft trinken muss. Bei chronischen Erkrankungen und regelmäßiger Medikamenteneinnahme sollten Sie die Verwendung solcher Mischungen mit Ihrem Arzt abstimmen.
Wie bereitet man Sellerie als Aufguss zu?
In der traditionellen Pflanzenheilkunde werden Aufgüsse aus frischen Blättern und aus Wurzelknollen beschrieben. Der Blätteraufguss wurde traditionell zur Unterstützung des Appetits und der Verdauung verwendet. In alten Kräuterbüchern finden sich auch Hinweise auf einen Wurzelabsud, der zur Unterstützung der männlichen Sexualfunktion eingesetzt wurde. Ein Aufguss, ein Absud und frisch gepresster Saft sind jedoch unterschiedliche Zubereitungsformen. Sie lassen sich nicht ohne Weiteres gegeneinander austauschen und haben nicht zwangsläufig die gleiche Wirkung.
Das gilt besonders für konzentrierte Präparate aus den Samen. Für die alltägliche Ernährung sind frische Blätter, Knollen, Stiele und Gemüsesäfte die unkompliziertesten Möglichkeiten.
Wie sammelt und lagert man die Früchte richtig?
Der richtige Erntezeitpunkt hängt davon ab, welcher Teil der Pflanze benötigt wird. Laut botanischen Nachschlagewerken wird das Selleriekraut während der Blüte gesammelt, gewöhnlich im Juni und Juli. Das geerntete Kraut trocknet man im Schatten. Die Früchte werden nach und nach bei zunehmender Reife gesammelt. Sie reifen im August. Die Wurzeln gräbt man von September bis Anfang Oktober aus. Anschließend lässt man die Knollen leicht antrocknen und lagert sie in Kisten mit Sand.
Wenn Sie Sellerie selbst anbauen, lohnt es sich, seine Entwicklungsphasen zu berücksichtigen. Die Samen werden in der ersten Februarhälfte zur Anzucht ausgesät. Die Keimlinge erscheinen nach 15–20 Tagen. In der ersten Maihälfte pflanzt man die Setzlinge ins Freiland. Frische Blätter und Stiele für den täglichen Gebrauch lassen sich im Kühlschrank aufbewahren. Vor der Zubereitung sollten die Pflanzenteile gründlich gewaschen werden. In Nachschlagewerken über wild wachsende essbare Pflanzen wird darauf hingewiesen, dass vorbereitete frische Blätter im Kühlschrank mehrere Tage haltbar sind.
Beim selbstständigen Sammeln ist es besonders wichtig, die Pflanze eindeutig zu bestimmen. Unter den Doldenblütlern gibt es gefährliche Arten, die ähnlich aussehen. Deshalb sollten unbekannte Wildpflanzen niemals allein deshalb gegessen werden, weil ihre Blätter oder Wurzeln Sellerie ähneln.
Wie findet man Sellerie im Ausland?
In den USA und in Europa wird Sellerie nicht nur als Gemüse, sondern auch als getrocknete Pflanzendroge und in Form pflanzlicher Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Beim Kauf sollte man darauf achten, welcher Pflanzenteil verwendet wird.
- USA: celery — Sellerie, celery seed — Selleriesamen (Früchte).
- Deutschland: Sellerie — Sellerie, Selleriesamen — Samen, Selleriewurzel — Wurzel, Sellerieblätter — Blätter; auch Eppich.
- Frankreich: céleri — Sellerie, graines de céleri — Selleriesamen, racine d’ache des marais — Wurzel des wilden Selleries.
- Lateinischer Name: *Apium graveolens L.*
Im Handel findet man getrocknete Samen (Früchte), seltener Wurzeln und Blätter, Kräutertees in Beuteln, Tinkturen, Flüssigextrakte, Kapseln und Tabletten.
Wo kann man suchen:
- In den USA — in Apotheken, Reform- und Naturkostläden sowie Kräuterfachgeschäften.
- In Deutschland — in Apotheken, Reformhäusern und Teeläden.
- In Frankreich — in Apotheken (pharmacie), Parapharmazien (parapharmacie) und Kräuterfachgeschäften (herboristerie).
- In allen drei Ländern — bei Onlinehändlern für Kräuter und Nahrungsergänzungsmittel.
Was sollte man auf der Verpackung prüfen: den lateinischen Namen, den verwendeten Pflanzenteil (semen/fructus — Samen oder Früchte, radix — Wurzel, herba/folium — Kraut oder Blätter), das Mindesthaltbarkeitsdatum, das Herkunftsland und die Angaben zu Allergenen. Prüfen Sie außerdem, ob das Produkt für die Zubereitung von Kräutertee oder für die Verwendung als Lebensmittel vorgesehen ist.
Die Verkaufsregeln unterscheiden sich: In den USA werden solche Produkte gewöhnlich als Nahrungsergänzungsmittel eingestuft. In Deutschland und Frankreich hängt ihre rechtliche Einordnung von der Kennzeichnung und dem angegebenen Verwendungszweck ab.
Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen
Trotz seines Nährwerts ist Sellerie nicht für jeden geeignet. Gewöhnliche Mengen an Stangensellerie und Knollensellerie, wie sie beim Kochen verwendet werden, sind für die meisten Menschen im Allgemeinen unbedenklich. Konzentrierte Extrakte und Samenpräparate erfordern jedoch deutlich mehr Vorsicht.
Allergie. Sellerie gehört in Europa zu den wichtigen Lebensmittelallergenen. Möglich sind Juckreiz im Mund, Hautausschläge, Nesselsucht, Dermatitis und in seltenen Fällen eine schwere allergische Reaktion.
Besonders aufmerksam sollten Menschen sein, die allergisch auf Karotten, Fenchel, Anis, Koriander oder auf Birken- und Beifußpollen reagieren.
Schwangerschaft. Der gewöhnliche Verzehr von Sellerie als Lebensmittel ist in der Regel möglich. Medizinisch verwendete Samenpräparate sind jedoch wegen ihrer möglichen Wirkung auf die Gebärmutter kontraindiziert.
Stillzeit. Es liegen nicht genügend verlässliche Informationen zur Sicherheit therapeutischer Samenpräparate vor. Von ihrer Anwendung wird daher abgeraten.
Nierenerkrankungen. Bei akuten Nierenentzündungen, Nephritis und deutlich eingeschränkter Nierenfunktion können konzentrierte Selleriepräparate wegen ihrer harntreibenden Wirkung gefährlich sein.
Niedriger Blutdruck. Medizinisch verwendete Mengen Sellerie können den Blutdruck zusätzlich senken.
Störungen der Blutgerinnung. Samenextrakte können möglicherweise die Blutgerinnung beeinflussen. Einige Empfehlungen sehen vor, die medizinische Anwendung etwa zwei Wochen vor einer Operation einzustellen.
Besondere Aufmerksamkeit ist bei Wechselwirkungen mit Medikamenten erforderlich. Vorsicht ist bei der Einnahme von Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmern, harntreibenden Mitteln, Lithium, Schilddrüsenmedikamenten, Beruhigungsmitteln und blutdrucksenkenden Arzneimitteln geboten. Für Sellerieextrakte wurden außerdem mögliche Wechselwirkungen mit Venlafaxin und anderen Arzneimitteln beschrieben, die über CYP2D6 verstoffwechselt werden. Bei gleichzeitiger Einnahme von Paracetamol kann sich die Dauer seiner Wirkung verändern. Eine weitere Besonderheit ist die erhöhte Lichtempfindlichkeit.
Die im Sellerie enthaltenen Furanocumarine können die Empfindlichkeit der Haut gegenüber ultravioletter Strahlung erhöhen. Das ist besonders wichtig beim Umgang mit frischen Pflanzenteilen, bei der Verwendung konzentrierter Präparate und bei der Einnahme photosensibilisierender Medikamente.
Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören außerdem häufigeres Wasserlassen, Reizungen der Nieren bei entsprechend veranlagten Menschen und Schläfrigkeit bei therapeutischen Dosierungen. Die Sicherheit konzentrierter Samenpräparate bei Kindern ist nicht ausreichend untersucht. Das gilt insbesondere für Kinder unter zwei Jahren.
Der entscheidende Unterschied: Sellerie als gewöhnliches Gemüse und Sellerie in Form eines konzentrierten Heilpräparats haben unterschiedliche Sicherheitsprofile.
Wann braucht man einen Arzt?
Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn nach dem Verzehr von Sellerie ungewöhnliche Beschwerden auftreten oder Sie eine allergische Reaktion vermuten. Bei Atemnot oder einer Schwellung der Zunge oder des Rachens ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich. Eine ärztliche Beratung ist besonders wichtig während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei chronischen Erkrankungen der Nieren, des Herzens und des Verdauungssystems. Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten Sie konzentrierte Selleriepräparate nicht ohne vorherige Rücksprache mit einem Arzt zu medizinischen Zwecken verwenden.
Kinder sollten pflanzliche Heilmittel nur auf ärztliche Empfehlung erhalten. Ich möchte außerdem betonen: Ödeme, anhaltende Verstopfung, Probleme beim Wasserlassen und ausgeprägte Schwäche müssen medizinisch abgeklärt werden. Eine Pflanze kann Teil der Ernährung sein, sollte aber notwendige Untersuchungen nicht verzögern.
Was sollte man sich über diese Pflanze merken?
Sellerie ist weit mehr als ein aromatisches Würzgemüse. Seine Blätter und Stiele enthalten Vitamine, Mineralstoffe und weitere pflanzliche Inhaltsstoffe. In pflanzenheilkundlichen Nachschlagewerken wird Sellerie als Pflanze mit harntreibender, leicht abführender und allgemein kräftigender Wirkung beschrieben. Traditionell wurde er zur Unterstützung der Verdauung sowie des Harn- und Nervensystems verwendet. In meinen Büchern betrachte ich Sellerie vor allem als Bestandteil einer gemüsereichen Ernährung und frisch gepresster Saftmischungen.
Zwischen dem Nährwert einer Pflanze und der Behandlung einer konkreten Erkrankung besteht jedoch ein großer Unterschied. Am sinnvollsten ist es, Sellerie als Teil einer abwechslungsreichen Ernährung zu verwenden, mögliche Gegenanzeigen zu beachten und nicht zu erwarten, dass ein einziges Gemüse komplexe Gesundheitsprobleme löst.
ANMERKUNG DER REDAKTION
Dieser Artikel wurde auf Grundlage pflanzenheilkundlicher Nachschlagewerke, botanischer Fachliteratur und der Bücher von Dr. Boris Wydoff erstellt und berücksichtigt aktuelle Erkenntnisse zur Sicherheit von Sellerie. Der Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt weder eine ärztliche Beratung noch eine Diagnose oder eine verordnete Behandlung.
Häufige Fragen
Wofür wird Sellerie verwendet?
In der Küche als Gemüse und Würzmittel; in der Volksmedizin vor allem zur Unterstützung der Verdauung und der Harnwege.
Welche gesundheitsfördernden Eigenschaften hat Sellerie?
Er enthält Vitamine und Mineralstoffe; in Kräuterbüchern werden harntreibende, leicht abführende und allgemein kräftigende Eigenschaften beschrieben.
Wie wird Sellerie angewendet?
Verwendet werden frische Blätter, Stiele, Knollen und Gemüsesäfte; in der traditionellen Pflanzenheilkunde außerdem Aufgüsse.
Wie bereitet man Sellerie als Aufguss richtig zu?
In Kräuterbüchern werden Aufgüsse aus Blättern und Wurzeln erwähnt. Die genaue Zubereitung und Konzentration sollten jedoch mit einer Fachperson abgestimmt werden.
Welche Gegenanzeigen gibt es bei Sellerie?
Vor allem Allergien; besondere Vorsicht ist während der Schwangerschaft, bei Nierenerkrankungen, Blutgerinnungsstörungen und bei der Einnahme von Medikamenten erforderlich.
Stimmt es, dass Sellerie gut für die Leber ist?
In der Volksmedizin wurde die Pflanze bei Lebererkrankungen eingesetzt, doch es gibt nicht genügend überzeugende Belege für eine therapeutische Wirkung.
Kann man bei Diabetes Sellerie essen?
In Nachschlagewerken wird die traditionelle Anwendung beschrieben, doch Sellerie ersetzt keine blutzuckersenkende Behandlung. Stimmen Sie den Verzehr mit Ihrem Arzt ab.
Wie hilft Sellerie gegen Ödeme?
In Kräuterbüchern wird eine harntreibende Wirkung beschrieben. Ödeme können jedoch unterschiedliche Ursachen haben und müssen medizinisch abgeklärt werden.
Mehr dazu in den Materialien von Dr. Wydoff
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