Eine Kräutermischung wirkt nur, wenn sie richtig aufgebrüht ist
Die Menschen kaufen gute Kräuter — und töten sie mit kochendem Wasser in einer Metalltasse, um sie danach pflichtschuldig in einem Zug hinunterzustürzen. Pflanzenheilkunde heißt nicht „ein Kräutlein trinken“: Sie hat eine Technik, und von der Technik hängt die Hälfte des Ergebnisses ab.
Das Wasser entscheidet mehr als das Kraut
Für Heilaufgüsse empfehle ich Wasser nach der Destillation — destilliertes Wasser. Es ist leer und nimmt deshalb gierig alles auf, was das Kraut abgeben kann. Hartes Leitungswasser ist bereits mit Mineralien und Chlor gesättigt — es hat keinen „Platz“ mehr für die Pflanzenstoffe, und der Aufguss gerät nur halb so stark.
Die Grundtechnik des Aufgusses
- Ein Esslöffel der Mischung auf ein Glas kochendes Wasser.
- Fünfzehn Minuten zugedeckt ziehen lassen.
- Sorgfältig abseihen — das Kraut hat das Seine gegeben, im Aufguss hat es nichts mehr verloren.
- Gefäß aus Glas, Keramik oder Emaille. Kein Metall.
TRINKEN IST EBENFALLS EINE KUNST
Eine Heilmischung soll sanft und lange wirken, deshalb trinkt man den Aufguss nicht in einem Zug, sondern in kleinen Schlucken, über den Tag verteilt. Ein guter Rhythmus sind einige Schlucke alle zwanzig Minuten zwischen den Mahlzeiten. Warm: Ein warmer Aufguss wirkt auch wärmer. Der Wert liegt nicht in der einmaligen Dosis, sondern in der gleichmäßigen Unterstützung, die der Körper den ganzen Tag erhält.
Eine Kur, keine Episode
Kräuter sind keine Tablette nach dem Motto „geschluckt und vergessen“. Sie wirken in Kuren: gewöhnlich zwei bis drei Wochen Einnahme, dann eine Pause. Eine Mischung, die man einmal trinkt, „wenn man daran denkt“, bewirkt nichts — außer Selbstberuhigung.
Welche Kräuter wofür
Die Zusammensetzung von Heilmischungen — für Leber, Nieren, bei Entzündungen — gebe ich in meinen Büchern als genaue Rezepturen an, mit Dosierungen und Gegenanzeigen: Eine Kräuterzusammenstellung für eine bestimmte Aufgabe ist kein „Tee“ mehr, sondern eine Behandlung, und die sollte man nicht nach Hörensagen zusammenstellen.
Vorsicht
Kräuter sind aktive Substanzen: Sie treten mit Medikamenten in Wechselwirkung und haben Gegenanzeigen bei Schwangerschaft, Steinleiden und Allergien. Stimmen Sie Heilkuren mit Ihrem Arzt ab, besonders wenn Sie dauerhaft Medikamente einnehmen.
Häufige Fragen
Mit welchem Wasser soll man Heilkräuter aufbrühen?
Am besten mit destilliertem: Leeres Wasser zieht die Wirkstoffe vollständiger aus dem Kraut. Hartes, gechlortes Wasser ergibt einen nur halb so starken Aufguss.
Wie lange soll eine Kräutermischung ziehen?
Grundschema: ein Esslöffel der Mischung auf ein Glas kochendes Wasser, fünfzehn Minuten zugedeckt, danach sorgfältig abseihen.
Wie trinkt man einen Kräuteraufguss richtig?
Warm, in kleinen Schlucken, über den Tag verteilt — zum Beispiel einige Schlucke alle zwanzig Minuten zwischen den Mahlzeiten. Als Kur über zwei bis drei Wochen, nicht einmalig.
Womit anfangen — Schritt für Schritt
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