Übelkeit nach Chemotherapie: Ursachen und Hilfe

Übelkeit nach einer Chemotherapie ist eine häufige Nebenwirkung, die das Essen, die Erholung und den Alltag beeinträchtigen kann. Sie müssen sie jedoch nicht einfach ertragen. Linderung können verordnete Medikamente gegen Übelkeit, kleine Portionen einfacher Speisen, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und das Vermeiden unangenehmer Gerüche bringen.
Wenn Ihnen gerade übel ist, beginnen Sie mit kleinen Schlucken Wasser, wählen Sie leicht verträgliche Lebensmittel und versuchen Sie, sich auszuruhen. Nehmen Sie die verordneten Medikamente gegen Übelkeit nach dem vorgegebenen Einnahmeplan ein. Wenn Sie keine Flüssigkeit bei sich behalten können oder Warnzeichen auftreten, holen Sie medizinische Hilfe.
Warum entsteht Übelkeit nach einer Chemotherapie und wie lange dauert sie?
Übelkeit ist ein unangenehmes Gefühl im Magen, bei dem der Wunsch entsteht, sich zu übergeben. Beim Erbrechen wird der Mageninhalt nach außen befördert. Beide Beschwerden können einzeln oder gleichzeitig auftreten. Auch ohne Erbrechen kann anhaltende Übelkeit das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen, den Appetit verringern und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr erschweren.
Die Hauptursache für Übelkeit nach einer Chemotherapie ist die Wirkung der Krebsmedikamente. Einige von ihnen lösen Reaktionen aus, die mit den Mechanismen der Entstehung von Übelkeit und Erbrechen zusammenhängen. Wie stark diese Nebenwirkung ausfällt, hängt von den verwendeten Medikamenten und den individuellen Eigenschaften des Menschen ab. Deshalb können Patienten mit einer ähnlichen Diagnose dieselbe Behandlungsphase ganz unterschiedlich erleben.
Auch der Zeitpunkt des Auftretens der Beschwerden spielt eine wichtige Rolle:
- Akute Übelkeit tritt kurz nach Beginn der Behandlung auf.
- Verzögerte Übelkeit entwickelt sich in den darauffolgenden Tagen.
- Antizipatorische Übelkeit tritt bereits vor der Behandlung auf. Sie kann mit früheren unangenehmen Erfahrungen zusammenhängen: Bestimmte Gerüche, Geräusche und die Atmosphäre in der Arztpraxis erinnern den Menschen an frühere Übelkeitsanfälle.
- Anhaltende Übelkeit kann auch nach Abschluss der Behandlung bestehen bleiben.
Nach Angaben des US-amerikanischen National Cancer Institute (NCI) halten Übelkeit und Erbrechen nach einer Chemotherapie gewöhnlich eine gewisse Zeit an. Bei manchen Patienten bleiben die Beschwerden jedoch bis zu sieben Tage bestehen. Diese Zeitspanne gilt nicht für jeden Menschen: Wie lange die Symptome dauern, hängt von den jeweiligen Medikamenten und der Reaktion des Körpers ab.
Auch nach Abschluss eines Behandlungszyklus können die Symptome noch anhalten. Wenn die Beschwerden allmählich nachlassen, kann dies Teil der Erholung von den Nebenwirkungen der Medikamente sein. Wenn die Übelkeit jedoch wiederkehrt, stärker wird oder das Trinken und Essen erschwert, sollten Sie das Behandlungsteam informieren.
Auch andere Faktoren können das Befinden beeinflussen: Schmerzmittel, die Einnahme bestimmter Medikamente auf nüchternen Magen, Schmerzen, Angst und Begleiterkrankungen. Bei einer Verschlechterung des Zustands ist es deshalb wichtig, nicht nur den Zeitpunkt der letzten Chemotherapie, sondern auch andere Veränderungen des Wohlbefindens zu berücksichtigen.
Wie lassen sich die Ursachen von Übelkeit nach einer Chemotherapie erkennen und von anderen Beschwerden unterscheiden?
Bei Menschen, die eine Krebsbehandlung erhalten, können mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle spielen. So kann sich die Übelkeit beispielsweise nach der Einnahme eines bestimmten Medikaments, bei Schmerzen oder unter emotionaler Belastung verstärken. Manchmal treten die Beschwerden nach dem Essen auf, manchmal unabhängig von der Nahrungsaufnahme. Auch Übelkeit nach dem Essen kann unterschiedliche Ursachen haben: Während einer Chemotherapie kommen neben der Wirkung der Medikamente beispielsweise die Verträglichkeit bestimmter Speisen und die Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen infrage.
Um die Situation besser zu verstehen, ist es hilfreich, auf wiederkehrende Muster zu achten. Beobachten Sie insbesondere folgende Umstände:
- Zu welcher Tageszeit beginnt die Übelkeit: während der Behandlung, einige Stunden später oder am nächsten Tag?
- Tritt sie nach dem Essen oder unabhängig von der Nahrungsaufnahme auf?
- Geht das unangenehme Gefühl mit Erbrechen einher?
- Verschlechtert sich Ihr Zustand nach der Einnahme bestimmter Medikamente?
- Haben Sie gleichzeitig Bauchschmerzen oder Veränderungen beim Stuhlgang?
- Können Sie Wasser trinken und die Flüssigkeit bei sich behalten?
- Welche Lebensmittel und Getränke vertragen Sie besser?
- Welche Gerüche oder Situationen verstärken die Beschwerden?
Solche Beobachtungen helfen dem Behandlungsteam, die Nebenwirkung einzuschätzen und eine passende Unterstützung auszuwählen. Besonders wichtig ist es, Situationen festzuhalten, in denen die Übelkeit regelmäßig zur gleichen Zeit oder nach einer bestimmten Handlung auftritt.
Dass Sie nicht erbrechen müssen, bedeutet nicht, dass das Problem unwichtig ist. Auch anhaltende Übelkeit kann dazu führen, dass Sie weniger essen und trinken. Informieren Sie deshalb Ihren Onkologen, wenn die Beschwerden Ihren Alltag beeinträchtigen, selbst wenn Sie kaum Brechreiz verspüren.
Was kann man bei Übelkeit nach einer Chemotherapie essen und trinken?
Während einer Chemotherapie sollte die Ernährung an die Verträglichkeit der Lebensmittel und die Empfehlungen des Behandlungsteams angepasst werden. Das wichtigste praktische Ziel ist, den Körper ausreichend mit Flüssigkeit und Nahrung zu versorgen, ohne sich zu großen Portionen zu zwingen.
Viele Patienten vertragen einfache Speisen mit mildem Geschmack und wenig Eigengeruch besser. Folgende Lebensmittel können Sie ausprobieren:
- Zwieback und Toast;
- Reis;
- einfache Nudeln;
- Cracker und Salzbrezeln;
- Joghurt;
- Gelee und andere weiche Lebensmittel;
- gekühlte Speisen, wenn diese besser vertragen werden als warme.
Kleine Portionen können angenehmer sein als drei große Mahlzeiten. Das National Cancer Institute empfiehlt, fünf- bis sechsmal täglich kleinere Portionen zu essen. So lässt sich die Nahrungsaufnahme über den Tag verteilen, ohne den Körper auf einmal mit einer großen Mahlzeit zu belasten.
Fettreiche, frittierte, sehr süße und scharfe Speisen können die Beschwerden verstärken. Wenn ein bestimmtes Lebensmittel Übelkeit auslöst, müssen Sie sich nicht zwingen, es zu essen. Wählen Sie lieber vorübergehend andere Lebensmittel, die Sie besser vertragen.
Auch der Geruch von Speisen spielt eine Rolle. Der Duft von Kaffee, Fisch, Zwiebeln, Knoblauch und anderen Lebensmitteln kann die Übelkeit verstärken. Wenn Ihnen beim Kochen schlecht wird, bitten Sie Angehörige, diese Aufgabe zu übernehmen. Auch das Essen in einem gut gelüfteten Raum ohne starke Gerüche kann Erleichterung bringen.
Was kann man bei Übelkeit trinken?
Beginnen Sie mit Wasser oder anderen geeigneten klaren Getränken. Trinken Sie langsam, in kleinen Schlucken und über den Tag verteilt. Als mögliche Getränke nennt das NCI Wasser, Brühe, Fruchtsäfte, Tee, Ingwergetränke und Sportgetränke. Wählen Sie diejenigen aus, die Ihre Symptome nicht verstärken und mit den Einschränkungen Ihrer Behandlung vereinbar sind.
Wenn Ihnen nach dem Tee trinken übel wird, beobachten Sie, ob dies bei einer bestimmten Sorte, Temperatur oder Trinkmenge auftritt. Auch der Geschmack und Geruch eines Getränks können während der Chemotherapie unangenehm werden. Wechseln Sie gegebenenfalls zu Wasser oder Brühe. Kräutertees und Ingwergetränke sollten Sie wegen möglicher Wechselwirkungen mit Krebsmedikamenten nicht ohne vorherige Prüfung in größeren Mengen oder als konzentrierte Präparate verwenden.
Wenn Sie aufgrund der Übelkeit ungewollt Gewicht verlieren, empfiehlt das NCI, auch kalorienhaltige Getränke in Betracht zu ziehen und sich nicht ausschließlich auf Wasser zu beschränken. Welche Getränke geeignet sind, hängt von Ihrer Verträglichkeit und Ihrem individuellen Bedarf ab.
Beim Erbrechen verliert der Körper Wasser und Elektrolyte. Achten Sie deshalb besonders darauf, ob Sie Flüssigkeit bei sich behalten können und ob ausgeprägte Schwäche, Schwindel oder Verwirrtheit auftreten. Bei solchen Anzeichen ist eine medizinische Untersuchung erforderlich.
Wie kann man Übelkeit nach einer Chemotherapie bekämpfen: Was hilft konkret?
Um die Beschwerden zu lindern, ist es sinnvoll, mehrere einfache Maßnahmen miteinander zu kombinieren. Sie ersetzen keine Behandlung mit Medikamenten gegen Übelkeit, helfen aber dabei, Ernährung, Flüssigkeitszufuhr und Tagesablauf besser zu organisieren.
Ein praktischer Tagesplan:
1. Trinken Sie von Anfang an in kleinen Schlucken. Stellen Sie Wasser oder ein geeignetes klares Getränk in Ihre Nähe und trinken Sie über den Tag verteilt. Wenn es Ihnen schwerfällt, sofort viel Flüssigkeit zu trinken, versuchen Sie nicht, die Beschwerden mit einer großen Menge auf einmal zu überwinden.
2. Verteilen Sie Ihre Ernährung auf fünf bis sechs kleine Mahlzeiten. Versuchen Sie, häufiger und dafür weniger zu essen, statt drei große Portionen zu sich zu nehmen. Greifen Sie auf Lebensmittel zurück, die Sie gut vertragen: Reis, Toast, Zwieback, einfache Nudeln oder Cracker.
3. Wählen Sie Speisen mit mildem Geschmack und Geruch. Wenn warme Speisen aufgrund ihres Geruchs die Übelkeit verstärken, probieren Sie gekühlte Gerichte, Joghurt oder Gelee. Verzichten Sie auf Lebensmittel, nach denen es Ihnen regelmäßig schlechter geht.
4. Vermeiden Sie starke Gerüche am Essplatz. Lüften Sie den Raum und vermeiden Sie es, stark riechende Speisen in Ihrer Nähe zuzubereiten. Wenn der Essensgeruch bei Ihnen Übelkeit auslöst, bitten Sie Angehörige, das Essen in einem anderen Raum zuzubereiten.
5. Reduzieren Sie Lebensmittel, die Ihre Beschwerden verstärken. Achten Sie zunächst besonders auf fettreiche, frittierte, süße und scharfe Speisen. Sie müssen nicht grundsätzlich auf alle Lebensmittel dieser Kategorien verzichten, wenn Sie diese gut vertragen. Entscheidend ist, wie Ihr Körper tatsächlich darauf reagiert.
6. Bleiben Sie nach dem Essen in einer ruhigen Position. Das NCI empfiehlt, sich nach einer Mahlzeit 30 Minuten lang aufrecht sitzend oder mit erhöhtem Oberkörper liegend auszuruhen. Dies kann dazu beitragen, eine Verstärkung von Übelkeit und Erbrechen zu vermeiden.
7. Notieren Sie, wann die Beschwerden auftreten und unter welchen Umständen. Halten Sie fest, was Sie gegessen und getrunken haben, welche Medikamente Sie eingenommen haben und wodurch sich Ihr Zustand verschlechtert hat. Solche Aufzeichnungen helfen dem Arzt, mögliche Auslöser zu erkennen und die Wirksamkeit der verordneten Mittel einzuschätzen.
8. Nehmen Sie die Medikamente gegen Übelkeit nach dem vorgegebenen Einnahmeplan ein. Ihr Arzt kann Medikamente zur Vorbeugung von Übelkeit bereits vor Beginn der Chemotherapie sowie Mittel zur Kontrolle der Beschwerden nach der Behandlung verschreiben. Halten Sie sich an die angegebenen Einnahmezeiten und die Reihenfolge, ohne die Verordnung eigenständig zu ändern.
Am besten organisieren Sie diese Maßnahmen bereits im Vorfeld für die gesamte Zeit nach der Behandlung. Sie können beispielsweise Lebensmittel vorbereiten, die Sie normalerweise gut vertragen, Wasser neben Ihren Ruheplatz stellen und Angehörige bitten, Ihnen bei der Zubereitung von Mahlzeiten zu helfen.
Was ich empfehle: Ein naturheilkundlicher Blick auf die Unterstützung des Körpers
Erstens: Zwingen Sie sich nicht zum Essen, aber vermeiden Sie auch lange Essenspausen. In meinen Büchern bringe ich Übelkeit mit dem allgemeinen Zustand des Körpers und der Funktion des Verdauungssystems in Verbindung. Ich bin der Ansicht, dass ein Mensch bei schlechtem Befinden Lebensmittel braucht, die er verträgt, ohne sich zu großen Portionen zwingen zu müssen. Gleichzeitig betrachte ich Übelkeit nicht als Beweis dafür, dass der Körper schädliche Stoffe ausscheidet. Die moderne Onkologie führt dieses Symptom in erster Linie auf die Wirkung der Medikamente zurück.
Zweitens: Bevorzugen Sie einfache Speisen und kleine Portionen. In meinen Büchern spreche ich mich für eine einfache pflanzliche Ernährung und maßvolles Essen aus. Meiner Ansicht nach sollte man die Verdauung nicht zusätzlich mit schweren Speisen belasten, wenn es einem ohnehin schlecht geht. Ich würde einem Patienten jedoch niemals ein bestimmtes Speiseprogramm um jeden Preis vorschreiben: Während einer Chemotherapie verändert sich die Verträglichkeit von Lebensmitteln. Wichtiger ist es, eine Ernährung zu finden, die die Nährstoffversorgung unterstützt und die Beschwerden nicht verstärkt.
Drittens: Reduzieren Sie bei Schwäche und Übelkeit Ihre Belastung und gönnen Sie sich Ruhe. In meinem Buch schreibe ich, dass man bei Schwäche und Übelkeit die körperliche Belastung verringern und den Tag ruhiger gestalten sollte. Ich betrachte Erholung als einen Teil der allgemeinen Unterstützung des Körpers, besonders wenn alltägliche Aufgaben zu viel Kraft kosten. Gleichzeitig sollte Ruhe mit Maßnahmen zur Kontrolle der Nebenwirkungen kombiniert werden und diese nicht ersetzen.
Viertens: Betrachten Sie Ernährung und Ruhe als Ergänzung zur onkologischen Behandlung. Das ist mein naturheilkundlicher Ansatz zur Unterstützung des Menschen. Ich behaupte nicht, dass Übelkeit die Ausscheidung von Giftstoffen bedeutet oder dass eine Entgiftung des Körpers die Folgen einer Chemotherapie beseitigen kann. Zur Vorbeugung und Linderung dieser Nebenwirkung setzt die moderne Onkologie spezielle Medikamente gegen Übelkeit ein.
Übelkeit nach einer Chemotherapie: Welche Hausmittel sind geeignet?
Es ist verständlich, dass Menschen nach Hausmitteln gegen Übelkeit infolge einer Chemotherapie suchen. Schließlich möchte man die unangenehmen Beschwerden mit einfachen Mitteln lindern, die zu Hause verfügbar sind. Doch nur weil ein Mittel natürlichen Ursprungs ist, bedeutet das nicht, dass es während einer Krebsbehandlung sicher ist.
Als nicht medikamentöse Unterstützung können einfache Maßnahmen helfen: Trinken Sie Wasser in kleinen Schlucken, wählen Sie leicht verträgliche Speisen, vermeiden Sie starke Gerüche und ruhen Sie sich in einer entspannten Umgebung aus. Zusätzlich nennt das NCI Atemübungen, Meditation, Entspannungstechniken, geführte Vorstellungsübungen und Massagen als mögliche Methoden zur Verringerung von Übelkeit.
Auch einige ergänzende Verfahren wie Akupunktur und Akupressur werden in den Informationsmaterialien des NCI behandelt. Akupunktur sollte von einer qualifizierten Fachkraft durchgeführt werden. Vor der Anwendung von Akupressur sollte geprüft werden, ob diese Methode für den jeweiligen Patienten geeignet ist.
Besondere Vorsicht ist bei Kräutertees, Aufgüssen, Nahrungsergänzungsmitteln und konzentrierten pflanzlichen Präparaten geboten. Einige Inhaltsstoffe können Wechselwirkungen mit Krebsmedikamenten haben und die Wirksamkeit der Behandlung beeinträchtigen. Deshalb sollten solche Mittel nicht allein deshalb ausgewählt werden, weil sie natürlichen Ursprungs sind.
Was sollte man während einer Chemotherapie ohne ärztliche Zustimmung vermeiden?
Während einer Krebsbehandlung können selbst vertraute Lebensmittel und natürliche Nahrungsergänzungsmittel mit Medikamenten wechselwirken. Besonders vorsichtig sollten Sie mit folgenden Mitteln sein.
Johanniskraut und Grapefruit. Sie können die Konzentration bestimmter Krebsmedikamente im Körper verändern. Nehmen Sie Johanniskraut nicht in Ihr Unterstützungsprogramm auf und essen Sie keine Grapefruit, ohne vorher die Verträglichkeit mit Ihrem Behandlungsplan abzuklären.
Hohe Dosen von Antioxidantien. Konzentrierte Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen und anderen Stoffen, die als Antioxidantien vermarktet werden, sollten Sie während einer Chemotherapie und Strahlentherapie nicht eigenständig einnehmen. Mögliche Wechselwirkungen hängen von den jeweiligen Medikamenten und dem Behandlungsplan ab.
Pflanzenkonzentrate und Kräuterextrakte. Natürliche Inhaltsstoffe sind nicht automatisch mit Krebsmedikamenten verträglich. Verwenden Sie keine selbst zusammengestellten Kräutermischungen, konzentrierten Pflanzenpräparate oder Hausmittel gegen Übelkeit ohne vorherige Rücksprache.
Normales Gemüse und Obst sind jedoch nicht allein deshalb verboten, weil sie Antioxidantien enthalten. Ihre Auswahl richtet sich nach der individuellen Verträglichkeit und den persönlichen Empfehlungen. Verzichten Sie außerdem auf Fastenkuren, Entgiftungsprogramme und den Ersatz vollwertiger Mahlzeiten durch Säfte.
Wann sollten Sie zum Arzt?
Wann ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich?
Einige Symptome während einer Chemotherapie müssen sofort medizinisch abgeklärt werden. Warten Sie nicht darauf, dass sie von selbst verschwinden, und versuchen Sie nicht, sie als gewöhnliche Nebenwirkungen zu erklären.
- Fieber ab 38 °C oder Schüttelfrost. Während einer Chemotherapie kann dies auf eine gefährliche Infektion hinweisen. Wenden Sie sich sofort an Ihr onkologisches Behandlungsteam und verschieben Sie den Anruf nicht, nur weil Sie bereits ein fiebersenkendes Mittel eingenommen haben. Befolgen Sie die Anweisungen des medizinischen Fachpersonals.
- Atemnot, plötzlich auftretende Brustschmerzen oder eine geschwollene Beinschwellung. Solche Beschwerden müssen dringend medizinisch abgeklärt werden, da sie auf eine schwerwiegende Komplikation wie eine Thrombose oder Lungenembolie hinweisen können. Bei einer plötzlichen Verschlechterung rufen Sie den Rettungsdienst.
- Erbrechen über mehr als einen Tag oder Unfähigkeit zu trinken. Aufgrund des Risikos einer Dehydrierung und eines Elektrolytungleichgewichts ist eine dringende medizinische Untersuchung erforderlich. Wenn Sie überhaupt keine Flüssigkeit bei sich behalten können oder sich Ihr Zustand rasch verschlechtert, holen Sie sofort medizinische Hilfe, ohne 24 Stunden abzuwarten.
- Blut im Erbrochenen oder Stuhl sowie schwarzer Stuhl. Diese Anzeichen können auf eine Blutung hindeuten und müssen sofort medizinisch abgeklärt werden.
- Ohnmacht oder starkes Herzklopfen. Besonders gefährlich ist die Kombination dieser Symptome mit ausgeprägter Schwäche, Schwindel oder Atemnot. Bei Ohnmacht, Brustschmerzen oder einer plötzlichen Verschlechterung rufen Sie den Rettungsdienst.
Wann sollten Sie sich unverzüglich mit Ihrem Onkologen in Verbindung setzen?
Auch ohne die genannten Notfallzeichen sollten Sie Ihr Behandlungsteam umgehend über mögliche Anzeichen einer Infektion informieren. Zu den Warnsignalen gehören ungewöhnlicher Husten, Halsschmerzen, Durchfall, häufiges Wasserlassen oder Schmerzen beim Wasserlassen. Während einer Chemotherapie können die Abwehrkräfte des Körpers geschwächt sein, weshalb Infektionen besondere Aufmerksamkeit erfordern.
Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn die Übelkeit stärker wird, die Medikamente dagegen nicht helfen, das Erbrechen wiederholt auftritt oder Sie nicht normal essen können. Ändern Sie die Dosis der verordneten Medikamente nicht eigenständig und warten Sie nicht bis zum nächsten Behandlungszyklus, wenn die aktuellen Nebenwirkungen schwer zu ertragen sind. Das Behandlungsteam kann den Plan zur Kontrolle der Übelkeit anpassen, andere Medikamente auswählen oder Ernährungsempfehlungen geben.
Berichten Sie auch über wiederkehrende Übelkeit, die Ihren Alltag beeinträchtigt, selbst wenn Sie nicht erbrechen müssen. Es ist hilfreich, vorab den Zeitpunkt des Auftretens der Beschwerden, den Zusammenhang mit Mahlzeiten und der Einnahme von Medikamenten, die getrunkene Flüssigkeitsmenge sowie alles, was die Beschwerden lindert oder verstärkt, zu notieren.
Wie können Sie sich auf den nächsten Behandlungszyklus vorbereiten, damit Ihnen weniger übel wird?
Wenn Sie während der letzten Behandlung unter starker Übelkeit gelitten haben, berichten Sie Ihrem Behandlungsteam davon, bevor das nächste Medikament verabreicht wird. Warten Sie nicht, bis die unangenehmen Beschwerden erneut auftreten. Medikamente gegen Übelkeit können vorbeugend verschrieben werden, um Übelkeit und Erbrechen zu verhindern oder zu lindern.
Klären Sie mit Ihrem Behandlungsteam einige praktische Fragen:
- Welche Medikamente gegen Übelkeit sollte ich vor der Behandlung einnehmen?
- Welche Mittel sollte ich nach der Chemotherapie bekommen?
- Zu welchen Zeiten und in welcher Reihenfolge muss ich die verordneten Medikamente einnehmen?
- Was soll ich tun, wenn trotzdem Übelkeit auftritt?
- Welche Getränke und Lebensmittel sind bei meinem Behandlungsplan am besten geeignet?
- Wie viel Flüssigkeit sollte ich täglich zu mir nehmen?
- Bei welchen Symptomen muss ich mich sofort an das Behandlungsteam wenden?
Einige Behandlungspläne sehen mehrere Medikamente gegen Übelkeit vor, die auf unterschiedliche Mechanismen wirken. Die Auswahl hängt von der jeweiligen Krebsbehandlung und der individuellen Reaktion des Körpers ab.
Bereiten Sie im Voraus Lebensmittel und Getränke vor, die Sie normalerweise gut vertragen. Wenn starke Gerüche bei Ihnen Übelkeit auslösen, überlegen Sie, wie Sie diese zu Hause möglichst vermeiden können. Wenn Sie vor der Behandlung immer wieder unter Angst leiden, besprechen Sie mit dem Behandlungsteam Möglichkeiten der psychologischen Unterstützung und Entspannung.
Führen Sie nach jedem Behandlungszyklus kurze Aufzeichnungen über Ihr Befinden. Notieren Sie nicht nur Übelkeit und Erbrechen, sondern auch Ihren Appetit, Ihre Fähigkeit zu trinken, Gewichtsveränderungen und die Verträglichkeit der verordneten Medikamente. So lässt sich besser beurteilen, ob die bisherigen Maßnahmen ausreichen oder angepasst werden müssen.
Übelkeit sollte keine Prüfung sein, die ein Patient schweigend ertragen muss. Um Hilfe zu bitten und über Nebenwirkungen zu sprechen, gehört ganz selbstverständlich zur Behandlung. Zusätzliche unterstützende Maßnahmen können sinnvoll sein, wenn sie sicher sind, mit den Fachleuten abgestimmt werden und die verordnete Krebsbehandlung nicht beeinträchtigen.
Mehr darüber, wie ich mit diesem Thema arbeite, erfahren Sie auf der Seite „Onkologie“.
Anmerkung der Redaktion
Dieser Artikel wurde auf Grundlage der Bücher von Dr. Boris Wydoff und medizinischer Informationsquellen zu den Nebenwirkungen einer Krebsbehandlung erstellt. Die naturheilkundlichen Ansichten des Arztes werden als sein persönlicher Ansatz dargestellt und nicht als wissenschaftlich nachgewiesene Methode zur Vorbeugung oder Beseitigung von Übelkeit. Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine Beratung durch einen Onkologen.
Medizinische Informationen:
- NCI (National Cancer Institute der USA) – Nausea and Vomiting and Cancer Treatment
- NHS (Nationaler Gesundheitsdienst Großbritanniens) – Chemotherapy
Häufige Fragen
Warum ist mir nach einer Chemotherapie übel?
Einige Krebsmedikamente wirken auf die Mechanismen ein, die Übelkeit und Erbrechen auslösen. Zusätzlich können Schmerzmittel, andere Medikamente, Schmerzen, Angst und Begleiterkrankungen das Befinden beeinflussen.
Was kann ich tun, wenn mir nach der Chemo übel ist?
Trinken Sie Wasser in kleinen Schlucken, essen Sie kleine Portionen und wählen Sie Lebensmittel mit mildem Geschmack und Geruch. Nehmen Sie die verordneten Medikamente gegen Übelkeit nach dem vorgegebenen Einnahmeplan ein und notieren Sie, wann die Beschwerden auftreten, um sie später mit Ihrem Onkologen zu besprechen.
Was kann man bei Übelkeit nach einer Chemotherapie essen?
Probieren Sie Zwieback, Toast, Reis, einfache Nudeln, Cracker, Joghurt oder Gelee. Beginnen Sie am besten mit kleinen Portionen und wählen Sie Lebensmittel, die Ihre Beschwerden nicht verstärken.
Darf man bei Übelkeit nach einer Chemotherapie Saft trinken?
Fruchtsäfte gehören zu den Getränken, die das NCI als mögliche Optionen zur Flüssigkeitszufuhr nennt. Wählen Sie den Saft entsprechend Ihrer Verträglichkeit und den Einschränkungen Ihrer Behandlung. Wenn das Getränk die Übelkeit verstärkt, probieren Sie eine andere Möglichkeit.
Welche Medikamente helfen gegen Übelkeit nach einer Chemotherapie?
Zur Kontrolle der Übelkeit werden Medikamente eingesetzt, die auf unterschiedliche Mechanismen der Entstehung von Erbrechen wirken können. Der Arzt wählt ein einzelnes Mittel oder eine Kombination mehrerer Medikamente entsprechend dem Chemotherapieplan und der Stärke der Beschwerden aus.
Wann ist Übelkeit nach einer Chemotherapie gefährlich?
Sofortige Hilfe ist erforderlich, wenn Sie keine Flüssigkeit bei sich behalten können, das Erbrechen anhält, Blut im Erbrochenen oder Stuhl auftritt, Sie ohnmächtig werden oder unter starker Atemnot leiden. Auch Fieber ab 38 °C, Schüttelfrost und Anzeichen einer Infektion erfordern eine sofortige Kontaktaufnahme mit dem Behandlungsteam.
Kann man bei Übelkeit nach einer Chemotherapie Kräuter verwenden?
Pflanzliche Mittel und konzentrierte Extrakte können mit Krebsmedikamenten wechselwirken und die Wirksamkeit der Behandlung beeinflussen. Deshalb sollte vor der Anwendung von Kräutertees, Aufgüssen und Nahrungsergänzungsmitteln geprüft werden, ob sie mit dem verordneten Behandlungsplan vereinbar sind.
Wie lange dauert die Übelkeit nach einer Chemotherapie?
Nach Angaben des NCI hält die Übelkeit gewöhnlich eine gewisse Zeit an, kann bei manchen Patienten aber bis zu sieben Tage bestehen bleiben. Die Beschwerden können während der Behandlung, einige Stunden später oder am nächsten Tag beginnen. Wenn sie stärker werden oder das Trinken und Essen erschweren, informieren Sie das Behandlungsteam.
Was hilft bei starker Übelkeit nach einer Chemotherapie?
Nehmen Sie die verordneten Medikamente gegen Übelkeit ein, trinken Sie in kleinen Schlucken, wählen Sie einfache Speisen und vermeiden Sie starke Gerüche. Bei wiederholtem Erbrechen, wenn Sie keine Flüssigkeit bei sich behalten können oder ausgeprägte Schwäche und andere Warnzeichen auftreten, holen Sie dringend medizinische Hilfe.
Mehr dazu in den Materialien von Dr. Wydoff
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