Bildschirmarbeit: Müdigkeit, Unruhe und Bewegung

Dr. Boris WydoffDr. Boris Wydoff
Leerer Sessel am Fenster mit Baumwolldecke und geschlossenem Laptop gegen Bildschirmmüdigkeit.

Das Gehirn verlangt einen stetigen Zustrom reinen, sauerstoffreichen Blutes. Staut sich das Blut, leiden Gedächtnis, Schlaf, Aufmerksamkeit und Stimmung: Der Mensch wird matt, reizbar, unruhig oder niedergeschlagen — und geht seine „Nerven“ behandeln, ohne zu ahnen, dass die Ursache tiefer liegt, im Blutkreislauf.

Drei Gewohnheiten, die zusammenwirken

Eine besondere Gefahr sehe ich im Zusammenspiel dreier schädlicher Gewohnheiten: langes Sitzen, angespannter Blick auf den Bildschirm und Mangel an frischer Luft. Einzeln erscheint jede harmlos — was ist schon dabei, am Computer zu sitzen. Zusammen aber bilden sie einen geschlossenen Kreis: Die Unbeweglichkeit staut das Blut, der Bildschirm überlastet das Gehirn mit einem ununterbrochenen Bilderstrom, und die stickige Luft nimmt dem gestauten Blut den Sauerstoff. Diese Lebensweise erscheint als Norm — aber der Körper ist anders eingerichtet.

Anzeichen, dass sich der Kreis geschlossen hat

Müdigkeit schon am Morgen, obwohl Sie sich „ausgeruht“ haben. Sie können sich schwer auf ein Buch konzentrieren — die Aufmerksamkeit rutscht ab. Schlaf ist da, Erholung nicht. Gereiztheit über Kleinigkeiten. Unruhe ohne sichtbaren Grund. All das ist oft keine Nervenkrankheit, sondern ein Hungern des Gehirns bei gestautem Blut.

Wie Sie den Kreis durchbrechen — ohne Heldentaten

Was im Gehirn beim Blutstau geschieht

Professor Klossowski beschrieb in seinem Buch „Die Hirndurchblutung“ die feinsten Gefäße des Gehirns — Kapillaren mit einem Durchmesser von sieben bis acht Mikrometern, durch die die Gewebe Sauerstoff und Nahrung erhalten. Bei langem Sitzen und flacher Atmung sinkt der Blutfluss in diesem Netz, und die Gehirnzellen — die sauerstoffhungrigsten im ganzen Körper — kommen als Erste auf Hungerration. Keine Willenskraft ersetzt dem Gehirn den Sauerstoff.

Der Bildschirm ist eine eigene Belastung

Ein angespannter Blick auf den Bildschirm betrifft nicht nur die Augen. Es ist ein ununterbrochener Bilderstrom, den das Gehirn ohne Pausen verarbeiten muss, und eine erstarrte Haltung mit verspanntem Nacken, durch den das Blut zum Kopf fließt. Der Fernseher am Abend „zur Entspannung“ ist dieselbe Belastung: Der Körper unbeweglich, die Augen angespannt, das Gehirn mit Bildern überladen. Wahre Erholung für das Gehirn sind Bewegung, Luft und ein weiter Horizont vor den Augen.

Den Abfluss verbessern — nicht nur den Zufluss

Das Gehirn muss nicht nur frisches Blut bekommen, sondern das verbrauchte auch abgeben. Den Abfluss verbessern warme Bäder, ruhiges tiefes Atmen mit langem Ausatmen, ein Spaziergang vor dem Schlafen und ein erhöhtes Kopfende des Bettes. In Salmanoffs Methoden verwendete man dafür Brustwickel und Kompressen; solche Anwendungen sind nur ohne Gegenanzeigen und unter Aufsicht eines Fachmanns möglich.

VORSICHT
Wenn Unruhe, Schlaflosigkeit oder Niedergeschlagenheit ausgeprägt sind und schon lange bestehen — stellen Sie sich keine eigenen Diagnosen: Gehen Sie zum Arzt. Die Praktiken dieses Artikels sind eine Unterstützung, kein Ersatz für Hilfe.

Häufige Fragen

Warum ist die Müdigkeit nach einem Tag am Computer größer als nach körperlicher Arbeit?

Unbeweglichkeit staut das Blut, der Bildschirm belastet das Gehirn ununterbrochen mit Bildern, und stickige Luft nimmt dem Blut den Sauerstoff. Das Gehirn ermüdet vom Hungern, nicht von der Arbeit.

Wie viel Bewegung braucht man bei sitzender Arbeit?

Mindestens: alle 30–40 Minuten zwei bis drei Minuten kurze Lockerung, dazu täglich 30–40 Minuten Spaziergang in zügigem Schritt.

Hilft Lüften bei Müdigkeit und schlechtem Schlaf?

Ja. Kühle, reine Luft ist eine Bedingung für die Erholung des Gehirns. Arbeiten Sie am leicht geöffneten Fenster und lüften Sie das Schlafzimmer unbedingt vor dem Schlafengehen.

Dr. Boris Wydoff

Boris Wydoff — Doktor der Naturheilkunde, Ph.D. Seit über fünfzig Jahren helfe ich Menschen, ihre Gesundheit durch Ernährung, Reinigung und die Kraft des Geistes wiederzugewinnen — in Europa, Amerika und Asien. Über den Autor →

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