# Krebsschmerzen: Schmerzmittel und unterstützende Hilfe

> Erfahren Sie, welche Schmerzmittel bei Krebs eingesetzt werden, welche Maßnahmen das Wohlbefinden unterstützen und wann ärztliche Hilfe nötig ist.

- URL: https://celitel.online/de/blog/bol-pri-onkologii/
- Author: Dr. Boris Wydoff — https://celitel.online/de/about/
- Published: 2026-11-05
- Language: de

Schmerzen bei Krebs lassen sich mit passend ausgewählten Schmerzmitteln und zusätzlichen unterstützenden Maßnahmen lindern. Wichtig ist, die Art der Beschwerden zu bestimmen, ihre Stärke einzuschätzen und gemeinsam mit dem behandelnden Arzt eine geeignete Behandlung festzulegen. Wenn Schmerzen plötzlich auftreten, gehen Sie Schritt für Schritt vor:

1. **Notieren Sie den Beginn des Schmerzanfalls.** Schreiben Sie auf, wo es weh tut, wie sich der Schmerz anfühlt und was unmittelbar davor passiert ist.
2. **Schätzen Sie die Schmerzstärke ein.** Verwenden Sie eine Skala von 0 bis 10, wobei 0 bedeutet, dass Sie keine Schmerzen haben, und 10 den stärksten vorstellbaren Schmerz bezeichnet.
3. **Nehmen Sie das bereits verordnete Schmerzmittel** entsprechend Ihrem persönlichen Behandlungsplan ein. Erhöhen Sie die Dosis nicht und tauschen Sie das Medikament nicht eigenständig aus.
4. **Bringen Sie sich in eine bequeme Position.** Vermeiden Sie körperliche Anstrengung, sorgen Sie für eine ruhige Umgebung und versuchen Sie, langsam in den Bauch zu atmen.
5. **Halten Sie das Ergebnis fest.** Notieren Sie, wie stark die Schmerzen nach der Einnahme des Medikaments nachgelassen haben und wann die Linderung eingetreten ist.

Wenn der Schmerzanfall ungewöhnlich ist, die Schmerzen rasch zunehmen oder von beunruhigenden Symptomen begleitet werden, holen Sie medizinische Hilfe. Wenn das verordnete Medikament nicht ausreichend wirkt, informieren Sie Ihren behandelnden Onkologen. Die Schmerztherapie lässt sich anpassen, damit der Mensch die Behandlung besser verträgt und seinen gewohnten Alltag möglichst lange beibehalten kann.

## Warum entstehen bei Krebs überhaupt Schmerzen?

Eine Krebserkrankung geht nicht immer mit Schmerzen einher. Manche Menschen durchlaufen die Behandlung nahezu schmerzfrei, andere müssen mit anhaltenden oder immer wiederkehrenden Beschwerden zurechtkommen. Vieles hängt davon ab, wo sich der Tumor befindet, wie er auf das umliegende Gewebe einwirkt und welche Behandlung durchgeführt wird.

Ärzte unterscheiden mehrere Hauptursachen. Ein Tumor kann auf Nervenenden und andere Strukturen im Körper drücken. Schmerzen können auch durch Gewebeschäden und die Folgen medizinischer Eingriffe entstehen.

Eine weitere Ursache ist die Krebstherapie selbst. Nach einer Operation können die Gewebe im Bereich des Eingriffs schmerzen. Bestimmte Medikamente können Schleimhautschäden, Hautreaktionen und eine periphere Neuropathie verursachen – eine Störung der Nervenfunktion, die mit unangenehmen Empfindungen einhergehen kann.

Deshalb bedeutet Schmerz nicht immer, dass die Erkrankung fortschreitet. Manchmal hängt er mit den Folgen der Behandlung zusammen, manchmal hat er eine ganz andere Ursache. Der Arzt kann die Situation nach einer Untersuchung und den erforderlichen diagnostischen Maßnahmen besser einschätzen.

Eine Krebsdiagnose bedeutet nicht, dass ein Mensch zwangsläufig starke Schmerzen erleiden muss. Moderne Methoden der Schmerztherapie ermöglichen es vielen Patienten, Beschwerden zu lindern und ihre Lebensqualität im Alltag zu verbessern.

## Welche Schmerzen treten bei Krebs auf und wie fühlen sie sich an?

Schmerzen können sich von Mensch zu Mensch erheblich unterscheiden. Der eine beschreibt sie als dumpfen Druck, der andere als Brennen, stechende Schmerzen oder heftige Schmerzattacken. Dabei spielen nicht nur die Art der Schmerzen eine Rolle, sondern auch ihre Dauer, Intensität und Lokalisation.

Ärzte unterscheiden üblicherweise mehrere Formen.

- **Akute Schmerzen.** Sie treten plötzlich auf, können recht stark sein und hängen häufig mit einem bestimmten Ereignis zusammen, beispielsweise einer Operation oder einer Gewebeverletzung.
- **Chronische Schmerzen.** Sie halten über längere Zeit an, manchmal ständig, manchmal mit Phasen der Linderung.
- **Durchbruchschmerzen.** Dabei handelt es sich um plötzlich auftretende starke Schmerzattacken, die selbst dann auftreten können, wenn regelmäßig Schmerzmittel eingenommen werden.
- **Neuropathische Schmerzen.** Sie entstehen durch eine Schädigung oder Funktionsstörung der Nerven. Sie können sich als Brennen, Kribbeln, Taubheitsgefühl oder einschießende Schmerzen bemerkbar machen.

Wie fühlen sich Schmerzen bei Krebs an? Ein einziges typisches Schmerzgefühl gibt es nicht. Bei einer Schädigung des Knochengewebes klagen Betroffene beispielsweise über tief sitzende, dumpfe Schmerzen, während eine Beteiligung der Nerven eher Brennen und einschießende Schmerzen verursachen kann.

Bei Darmtumoren können die Schmerzen manchmal von Krämpfen, Blähungen und Veränderungen des Stuhlgangs begleitet werden. Bei Brustkrebs sind Beschwerden in der Brust oder im Achselbereich möglich. Bei Magenkrebs können die unangenehmen Empfindungen im Oberbauch auftreten.

Bei einer Erkrankung der Lunge sind Brustschmerzen und Beschwerden beim Atmen möglich. Bei Tumoren der Bauchspeicheldrüse können die Schmerzen manchmal im Oberbauch auftreten und in den Rücken ausstrahlen.

Auch Kopfschmerzen bei Krebs können unterschiedliche Ursachen haben. Sie können mit der Behandlung, Flüssigkeitsmangel, anderen Erkrankungen oder einer Beteiligung des Nervensystems zusammenhängen. Neue, ungewöhnliche oder stärker werdende Kopfschmerzen sollten Sie Ihrem behandelnden Arzt schildern.

Art und Ort der Schmerzen helfen dem Arzt, die Situation besser einzuschätzen, reichen für sich allein jedoch nicht aus, um die Ursache festzustellen.

## Was hilft wirklich gegen Schmerzen?

Das wichtigste Ziel ist eine Schmerztherapie, die zur Ursache und Stärke der Beschwerden passt. Ein universelles Medikament für alle Patienten gibt es nicht. Der Arzt berücksichtigt die Diagnose, die laufende Behandlung, Begleiterkrankungen und bereits eingenommene Medikamente.

Bei Krebsschmerzen kann ein stufenweises Vorgehen angewendet werden, das aus den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation bekannt ist. Dabei wird die Schmerztherapie schrittweise an die Stärke der Schmerzen angepasst.

Bei leichten Schmerzen können nicht opioidhaltige Schmerzmittel eingesetzt werden. Reicht ihre Wirkung nicht aus, prüft der Arzt andere Möglichkeiten, darunter auch die Kombination von Medikamenten verschiedener Gruppen. Bei mäßigen und starken Schmerzen können opioidhaltige Analgetika verordnet werden. Bei ausgeprägten Schmerzen wählt der Arzt starke Opioide und zusätzliche Medikamente entsprechend der individuellen Situation aus.

Nicht nur die Wahl des Medikaments ist wichtig, sondern auch der Einnahmeplan. Bei anhaltenden Schmerzen wird die Schmerztherapie normalerweise nach einem regelmäßigen Zeitplan durchgeführt, damit die starken Beschwerden gar nicht erst wieder auftreten. Für plötzlich auftretende Durchbruchschmerzen kann der Arzt zusätzlich ein eigenes Medikament vorsehen.

Lassen Sie keine verordneten Einnahmen aus. Bewerten Sie die Schmerzen nach der Einnahme des Medikaments auf einer Skala von 0 bis 10 und notieren Sie, wann die Linderung eintritt. Wenn die Schmerzen bis zum vorgesehenen Wirkeintritt des jeweiligen Medikaments nicht nachlassen, weiter zunehmen oder schnell wiederkehren, wenden Sie sich an Ihr Behandlungsteam. Nehmen Sie keine zusätzliche Dosis ein, wenn diese nicht ausdrücklich vorgesehen ist.

Neben Medikamenten gibt es weitere Möglichkeiten der Unterstützung.

**Atemübungen.** Setzen oder legen Sie sich bequem hin und legen Sie eine Hand auf den Bauch. Atmen Sie langsam durch die Nase ein, sodass sich die Bauchdecke hebt, und atmen Sie anschließend ruhig durch den Mund aus. Fahren Sie einige Minuten damit fort, ohne den Atem anzuhalten oder besonders tief einatmen zu wollen. Diese Übung hilft, sich zu entspannen und während eines Schmerzanfalls Anspannung abzubauen.

**Psychologische Unterstützung und Entspannung.** Angst, Anspannung und Furcht können die subjektive Wahrnehmung von Schmerzen verstärken. Ruhige Atemübungen, Meditation und die Arbeit mit einem Psychologen helfen Betroffenen, besser mit der seelischen Belastung umzugehen.

**Akupunktur.** In manchen Fällen wird diese Methode ergänzend eingesetzt, um Beschwerden zu lindern. Ob sie infrage kommt, sollte vorher mit dem Onkologen abgesprochen werden, insbesondere bei Störungen der Blutgerinnung und einer verminderten Anzahl von Blutzellen.

**Ablenkung.** Musik, ein interessantes Buch, ein Film oder ein Gespräch mit Angehörigen helfen dabei, die Aufmerksamkeit von den unangenehmen Empfindungen wegzulenken. Die Ursache der Schmerzen wird dadurch nicht beseitigt, aber der Umgang mit ihnen kann leichter werden.

**Angemessene Bewegung.** Wenn es der Gesundheitszustand erlaubt, helfen ruhige Spaziergänge und leichte Alltagsaktivitäten dabei, den gewohnten Lebensrhythmus beizubehalten. Passen Sie die Belastung an Ihr Befinden an.

Es ist hilfreich, ein Schmerztagebuch zu führen. Legen Sie in einem Notizbuch eigene Spalten an:

- Datum und Uhrzeit, zu der die Beschwerden begonnen haben;
- Stelle, an der die Schmerzen auftreten;
- Art der Schmerzen: dumpf, brennend, stechend oder einschießend;
- Schmerzstärke auf einer Skala von 0 bis 10;
- Dauer des Schmerzanfalls;
- Name und Einnahmezeit des verordneten Medikaments;
- Wirkung der Schmerzbehandlung und mögliche Nebenwirkungen.

Füllen Sie das Tagebuch aus, wenn Schmerzen auftreten, und ergänzen Sie die Angaben nach der Einnahme des Medikaments. Zeigen Sie Ihre Aufzeichnungen beim Arzttermin. So lässt sich die Wirksamkeit der Behandlung leichter beurteilen, wiederkehrende Schmerzattacken lassen sich erkennen und es kann entschieden werden, ob die Schmerztherapie angepasst werden muss.

## Wie beeinflussen Ernährung und Alltagsgewohnheiten das Wohlbefinden?

Während einer Krebsbehandlung ist der Körper zusätzlichen Belastungen ausgesetzt. Übelkeit, veränderter Geschmack, Entzündungen der Mundschleimhaut und Verdauungsprobleme können die gewohnte Ernährung erschweren. Dadurch verlieren manche Menschen den Appetit, trinken weniger und nehmen allmählich ab.

Ernährung ersetzt weder Schmerzmittel noch eine Krebstherapie. Eine ausgewogene Ernährung hilft jedoch, die Kräfte zu erhalten und die Behandlung besser zu verkraften. Besonders wichtig ist es, längeres Fasten und Experimente mit strengen Ernährungseinschränkungen zu vermeiden.

Versuchen Sie, Lebensmittel auszuwählen, die Sie gerade gut vertragen. Wenn gewöhnliche Speisen Übelkeit oder unangenehme Beschwerden auslösen, lassen Sie sich von Ihrem Arzt und einem Ernährungsberater beraten.

Auf dem Speiseplan können stehen:

- Gemüse und Obst, sofern Sie diese gut vertragen;
- Getreidebrei und andere gewohnte Kohlenhydratquellen;
- Hülsenfrüchte und andere geeignete pflanzliche Eiweißquellen;
- Lebensmittel, die den Körper mit ausreichend Energie und wichtigen Nährstoffen versorgen.

Wenn Sie wenig Appetit haben, machen Sie nicht jede Mahlzeit zu einer Belastungsprobe. Besprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam, wie Sie Ihre Ernährung unterstützen können, insbesondere wenn Sie deutlich an Gewicht verlieren.

Achten Sie auch auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Zu wenig Flüssigkeit kann das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen, Schwäche verstärken und zu Dehydrierung führen. Wenn Ihr Arzt aufgrund einer Begleiterkrankung die Trinkmenge eingeschränkt hat, halten Sie sich an seine Empfehlungen.

Auch Schlaf und Erholung spielen eine Rolle. Bei anhaltenden Schmerzen fällt es vielen Menschen schwer, einzuschlafen. Schlafmangel verstärkt wiederum Müdigkeit und seelische Anspannung. Sorgen Sie vor dem Schlafengehen für eine ruhige Umgebung und informieren Sie Ihren Arzt, wenn Schmerzen regelmäßig Ihre Nachtruhe stören.

## Was ich empfehle: Meine Sicht auf die Unterstützung bei Krebs

Ich, Dr. Boris Wydoff, beschäftige mich seit mehr als fünfzig Jahren mit Fragen der natürlichen Gesundheitsförderung. In meinem Buch „Der Sieg über den Krebs“ betrachte ich den Organismus als ein zusammenhängendes Ganzes und nicht als eine Ansammlung einzelner Organe. Meine Beobachtungen zur Unterstützung von Menschen mit schweren Erkrankungen beziehen sich vor allem auf den Allgemeinzustand, die seelische Verfassung und die Aufmerksamkeit für individuelle Bedürfnisse.

**Erstens – Schmerzen nicht losgelöst vom allgemeinen Gesundheitszustand betrachten.** In meinen Büchern schreibe ich: „Man muss den Menschen behandeln, nicht das Krankheitssymptom.“ Ich bringe das Wohlbefinden mit der Funktion verschiedener Organe und Systeme, der Ernährung und dem allgemeinen Zustand des Körpers in Verbindung. Deshalb halte ich es für wichtig, jeden Fall individuell zu betrachten, statt nach einem einzigen Mittel gegen alle Krankheitserscheinungen zu suchen. Bei Krebsschmerzen bedeutet dieser Ansatz, nicht nur zu berücksichtigen, wo es weh tut, sondern auch das allgemeine Befinden des Menschen, seine Ernährung, seinen Schlaf und seine Verträglichkeit der Behandlung.

**Zweitens – mit einer schweren Erkrankung nicht allein bleiben.** In meinen Büchern wiederhole ich immer wieder: „Wenn Sie eine schwere Erkrankung haben, bleiben Sie damit nicht allein.“ Meiner Erfahrung nach ist es wichtig, dass die individuelle Situation eines Menschen berücksichtigt wird und er nicht versucht, eigenständig mit Methoden zur Wiederherstellung der Gesundheit zu experimentieren. Bei Krebsschmerzen ist es besonders wichtig, neue Empfindungen, Veränderungen des Befindens und eine unzureichende Wirkung der Schmerzmittel mitzuteilen.

**Drittens – auf die seelische Verfassung achten.** In meinen Büchern schreibe ich über die Kraft des Geistes und darüber, wie sich Angst auf den Körper auswirkt. Ich bringe anhaltende Anspannung mit einer zusätzlichen Belastung des Organismus in Verbindung. Deshalb halte ich es für wichtig, sich nicht von Ängsten einschließen zu lassen, Ruhe zu bewahren und Unterstützung von nahestehenden Menschen anzunehmen. Gespräche mit Angehörigen, psychologische Hilfe und ruhige Beschäftigungen können Teil der täglichen Unterstützung während der Behandlung sein.

**Viertens – den Körper als Ganzes betrachten.** Ich bin der Meinung, dass man den allgemeinen Gesundheitszustand eines Menschen bei einer schweren Erkrankung nicht außer Acht lassen darf. In meinem naturheilkundlichen Ansatz werden Ernährung, Bewegung, Erholung und seelische Verfassung im Zusammenhang betrachtet. Deshalb ist es wichtig, darauf zu achten, wie ein Mensch schläft, sich ernährt, körperliche Belastungen verträgt und sich nach medizinischen Eingriffen erholt.

Meine Beobachtungen beziehen sich auf die Unterstützung des Wohlbefindens und der Lebensqualität im Alltag, nicht auf die eigenständige Behandlung einer Krebserkrankung. Schmerztherapie, Chemotherapie, Strahlentherapie und andere medizinische Verfahren bleiben die Grundlage der Behandlung bei Krebs.

## Was man während einer Chemotherapie nicht ohne ärztliche Zustimmung einnehmen sollte

Einige alltägliche Lebensmittel und natürliche Nahrungsergänzungsmittel können die Wirkung von Krebsmedikamenten verändern. Deshalb ist nicht alles, was im Reformhaus verkauft wird oder als natürliches Heilmittel gilt, während der Behandlung automatisch sicher.

Besondere Vorsicht ist bei folgenden Lebensmitteln und Stoffen geboten.

**Johanniskraut.** Diese Pflanze kann die Aktivität von Enzymen verändern, die am Abbau von Medikamenten beteiligt sind. Dadurch kann die Konzentration bestimmter Krebsmedikamente im Körper sinken oder sich auf unvorhersehbare Weise verändern. Nehmen Sie Johanniskraut weder als Tee noch als Tinktur, Kapsel oder Extrakt ohne Zustimmung Ihres Onkologen ein.

**Grapefruit und Grapefruitsaft.** Einige Inhaltsstoffe dieser Frucht beeinflussen Enzyme, die am Stoffwechsel von Medikamenten beteiligt sind. Bei bestimmten Krebsmedikamenten kann sich dadurch deren Konzentration verändern. Klären Sie während der Behandlung mit Ihrem Arzt, ob Grapefruit bei Ihrem persönlichen Therapieplan erlaubt ist.

**Hohe Dosen von Antioxidantien.** Nahrungsergänzungsmittel mit konzentrierten Mengen der Vitamine C und E, Beta-Carotin und anderen antioxidativ wirkenden Stoffen sollten während einer Chemo- oder Strahlentherapie nicht eigenständig eingenommen werden. Einige Krebsbehandlungen nutzen oxidative Prozesse, die Zellen schädigen. Zusätzliche Antioxidantien könnten deshalb das Behandlungsergebnis beeinflussen.

**Konzentrierte Pflanzenpräparate und Extrakte.** Sie enthalten höhere Mengen aktiver Inhaltsstoffe als gewöhnliche Lebensmittel. Wechselwirkungen mit Medikamenten können unvorhersehbar sein. Deshalb müssen solche Mittel vorher mit dem Arzt abgesprochen werden.

Gewöhnliches Gemüse und Obst sind dagegen nicht automatisch verboten. Sie müssen nicht auf sämtliche pflanzlichen Lebensmittel verzichten, nur weil bestimmte Nahrungsergänzungsmittel mit Medikamenten wechselwirken können.

Die wichtigste Regel lautet: Informieren Sie Ihren Onkologen, bevor Sie ein pflanzliches Mittel oder Nahrungsergänzungsmittel einnehmen oder Ihre Ernährung umstellen. Setzen Sie verordnete Medikamente nicht ab und ersetzen Sie sie nicht durch natürliche Mittel.

## Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei einer Krebserkrankung erfordern bestimmte Symptome sofortige medizinische Hilfe. Besonders aufmerksam sollten Sie während einer Chemotherapie sein, da die körpereigenen Abwehrkräfte in dieser Zeit geschwächt sein können.

**Rufen Sie sofort den Rettungsdienst oder suchen Sie umgehend medizinische Hilfe auf, wenn folgende Beschwerden auftreten:**

- Fieber ab 38 °C oder Schüttelfrost während einer Chemotherapie – wenden Sie sich sofort an Ihren Onkologen oder einen medizinischen Bereitschaftsdienst;
- ausgeprägte Atemnot oder plötzlich auftretende Schwierigkeiten beim Atmen;
- Schmerzen oder ein Druckgefühl in der Brust;
- Schwellung eines Beins, insbesondere wenn sie mit Schmerzen verbunden ist;
- Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit;
- starkes Herzklopfen, insbesondere bei einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustands;
- Blut im Stuhl oder Erbrochenen;
- schwarzer, teerartiger Stuhl;
- Erbrechen, das länger als einen Tag anhält;
- Unfähigkeit zu trinken aufgrund von Übelkeit oder Erbrechen.

Versuchen Sie bei Fieber ab 38 °C oder Schüttelfrost während einer Chemotherapie nicht, das Fieber eigenständig zu senken und abzuwarten, bis es Ihnen besser geht. Wenden Sie sich sofort an Ihren Onkologen, um Anweisungen für das weitere Vorgehen zu erhalten.

**Wann sollte man sich zeitnah mit dem Onkologen in Verbindung setzen?**

Schieben Sie einen Arztbesuch nicht auf, wenn neue Schmerzen auftreten, die Sie bisher nicht kannten. Dasselbe gilt, wenn gewohnte Beschwerden stärker werden, sich anders anfühlen oder häufiger auftreten.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn die verordnete Schmerztherapie nicht mehr hilft. Erhöhen oder verringern Sie die Dosis nicht eigenständig und setzen Sie das Medikament nicht einfach ab. Manchmal muss das Medikament gewechselt oder eine zusätzliche Behandlungsmöglichkeit gefunden werden.

Berichten Sie unbedingt auch über Nebenwirkungen der Schmerzmittel. Verstopfung, Übelkeit, Schläfrigkeit und andere unangenehme Reaktionen können eine gesonderte Anpassung der Behandlung erfordern. Holen Sie sich auch dann Hilfe, wenn Schmerzen Sie am Schlafen, Bewegen, Essen oder bei gewöhnlichen Alltagsaktivitäten hindern. Warten Sie nicht, bis die Schmerzen unerträglich werden.

Auch bei Kopfschmerzen, insbesondere wenn sie neu sind und zunehmen, ist eine ärztliche Abklärung erforderlich. Treten zusätzlich Sehstörungen, Schwäche in den Gliedmaßen, Verwirrtheit oder andere plötzlich auftretende neurologische Beschwerden auf, ist sofortige medizinische Hilfe notwendig.

Die Schmerzkontrolle ist ein vollwertiger Bestandteil der Krebsbehandlung. Patienten können mit ihrem Behandlungsteam über ihr Befinden sprechen und darum bitten, eine besser geeignete Schmerztherapie zu finden.

Mehr darüber, wie ich mit diesem Thema arbeite, erfahren Sie auf der Seite „[Onkologie](/health/onkologiya/)“.

## Von der Redaktion

Der Artikel wurde auf Grundlage der Bücher von Dr. Boris Wydoff sowie medizinischer Informationsmaterialien zum Thema Schmerzsyndrom, Krebsbehandlung und deren Nebenwirkungen erstellt. Der Beitrag dient der Information und ist keine Grundlage für eigenständige Änderungen einer ärztlich verordneten Behandlung.

Medizinische Informationen: [NCI (Nationales Krebsinstitut der USA)](https://www.cancer.gov/about-cancer/treatment/side-effects/pain), [NHS (Nationaler Gesundheitsdienst Großbritanniens)](https://www.nhs.uk/conditions/chemotherapy/side-effects/).

## FAQ

**Q: Sind Schmerzen bei Krebs jeden Tag vorhanden?**
A: Nein. Bei manchen Menschen treten sie nur gelegentlich auf, bei anderen halten sie über längere Zeit an, und einige Patienten haben überhaupt keine Schmerzen. Das hängt von der Erkrankung, ihrer Lage, ihren Auswirkungen auf das umliegende Gewebe und der durchgeführten Behandlung ab.

**Q: Welche Schmerzmittel helfen bei Krebs?**
A: Zur Auswahl der Schmerztherapie wird ein stufenweises Vorgehen nach den Empfehlungen der WHO angewendet. Bei leichten Schmerzen kann der Arzt zunächst nicht opioidhaltige Schmerzmittel einsetzen. Reicht deren Wirkung nicht aus, kommen andere Medikamente infrage. Bei mäßigen und starken Schmerzen können opioidhaltige Analgetika, einschließlich starker Opioide, verordnet werden. Bei anhaltenden Schmerzen werden die Medikamente normalerweise nach einem regelmäßigen Zeitplan eingenommen. Für plötzlich auftretende Durchbruchschmerzen kann der Arzt ein zusätzliches Mittel vorsehen. Die konkreten Medikamente und Dosierungen werden individuell festgelegt.

**Q: Warum tut bei Krebs der ganze Körper weh?**
A: Mögliche Ursachen sind die Auswirkungen des Tumors auf Gewebe und Nerven, Nebenwirkungen der Behandlung oder andere Erkrankungen. Notieren Sie, welche Körperstellen schmerzen, wann die Beschwerden auftreten und wie stark sie auf einer Skala von 0 bis 10 sind. Geben Sie diese Informationen anschließend an Ihren behandelnden Arzt weiter.

**Q: Können Schmerzen nach Beginn der Krebsbehandlung bestehen bleiben?**
A: Ja, Schmerzen können während der Behandlung anhalten oder als Folge ihrer Nebenwirkungen auftreten. Nach einer Operation können beispielsweise die Gewebe im Bereich des Eingriffs schmerzen, und bestimmte Medikamente können eine Neuropathie verursachen. Der Arzt beurteilt die mögliche Ursache und passt bei Bedarf die Schmerztherapie an.

**Q: Was soll ich tun, wenn die Schmerztabletten nicht mehr helfen?**
A: Notieren Sie die Einnahmezeit des Medikaments, die Schmerzstärke davor und die Wirkung danach. Wenden Sie sich an Ihren Onkologen, damit die Wirkung des Medikaments beurteilt und die Behandlung angepasst werden kann. Erhöhen Sie die Dosis nicht eigenständig und nehmen Sie keine zusätzlichen Medikamente ohne Rücksprache ein.

**Q: Warum brennen und kribbeln bei Krebs die Beine?**
A: Solche Beschwerden können auf eine Neuropathie hinweisen, also eine Störung der Funktion peripherer Nerven. Manchmal entwickelt sie sich als Nebenwirkung einer Krebstherapie. Informieren Sie Ihren Arzt darüber, wann das Brennen und Kribbeln begonnen hat, ob es sich ausbreitet und ob Taubheitsgefühle hinzukommen.

**Q: Muss man Schmerzen bei Krebs einfach ertragen?**
A: Nein, Sie müssen die Beschwerden nicht einfach ertragen. Notieren Sie die Schmerzstärke, die Dauer und die Wirkung der verordneten Medikamente, damit Ihr Arzt das Ergebnis der Schmerztherapie beurteilen kann. Je genauer Sie die Schmerzattacken beschreiben, desto leichter lässt sich eine geeignete Behandlung finden.


_Aufklärender Inhalt; ersetzt keine ärztliche Beratung._
